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Coronavirus positiv – und die Luft ist raus

Am 16. März 2022 jährte sich der Schweizer Corona-Lockdown zum zweiten Mal. Damals, 2020, brachte der Bundesrat das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen – fünf Tage nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell die weltweite Pandemie ausgerufen hatte. Und gerade noch rechtzeitig vor diesem Jubiläum – geimpft, geimpft und geboostert – auch hier: «Testergebnis: positiv». Genauer Zeitpunkt: Montag, 14. März 2022, 9:02 Uhr.

Ist es jetzt die Basis-Variante von Covid-19? Einmal mutiert? Oder doppelt? Noch als Omikron BA.1? Oder schon zeitgemäss BA.2? Und überhaupt: der Virus? Oder doch eher das? Und sind mehrere dieser Viren dann Omikrons, Omikrone oder Omikröner?

Klar ist: Nach gut drei Tagen «im Näscht» bin ich einigermassen wieder auf den Beinen und will nicht wissen, wie das Teil im Körper gewütet hätte, wenn die Ausgangslage nicht «geimpft, geimpft und geboostert» geheissen hätte. Am letzten Tag der Isolation irritierend ist einzig die Kurzatmigkeit bei schnelleren Bewegungen und insbesondere beim Treppensteigen. Eine Kurzatmigkeit, die interessanterweise nicht nur bei der letzten Trainingseinheit in der vergangenen Woche rückblickend als Vorbote auf das, was kommen sollte, festzustellen war – nein, bereits in den Wochen zuvor hatten bei den Lauftrainings Aufstiege «lufttechnisch» ungewohnt Mühe bereitet.

Gerade in diesem Zusammenhang würde ich den Grundsatz «Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben» gerne nicht anwenden müssen. Dafür gibt es in der Planung 2022 mit Ultra-Distanzen und Bergläufen zu viele Argumente, die für einen (wie bisher) einwandfrei funktionierenden Atmungsapparat sprechen.

Grundsätzlich positiv: geimpft, geimpft, geboostert – und zwischendurch, doch sehr überraschend, mal kurzerhand eine Medaille eingeheimst.

Es ist (noch) eine Planung mit «entweder oder»: Wie etwa im Mai, wenn sowohl in der Zunzger Hard (sehr empfehlenswerte Veranstaltung von Ultra-Laufkollege Michael Misteli, notabene amtierender Schweizer Meister im 48-Stunden-Lauf) als auch eine Woche später am 14. Ultra Bielersee Läufe über 50 Kilometer auf dem Programm stehen. Oder geht «emänd» beides? Oder dann Ende Juni, Anfang Juli, wo eigentlich die fünfte Teilnahme am Zermatt-Marathon schon fix gebucht ist – aber der seit 2020 coronaausfallbedingt zwei Mal verschobene Start an der «Kölsche Naachschicht» nach dem ermutigenden Trainingsverlauf vor Virusbefall plötzlich auch wieder Thema geworden ist. 75 Kilometer – frei nach dem Motto: «Darf s e bitzeli meh sy?»

Konkurrenzlos stehen derzeit einzig der Matterhorn-Ultraks (32 Kilometer mit je 2000 Höhenmetern rauf und runter) im August sowie der Stundenlauf in Brugg Ende September in der Planung. Brugg? Ja, mit meiner erfolgreichen 6-Stunden-Premiere im vergangenen Herbst bin ich punkto «Laufen im Kreis» derart auf den Geschmack gekommen, dass ich heuer auf 12 Stunden erhöhen will. Damit komme ich nicht nur erstmals in den Genuss des Richtungswechsels, der bei dieser Veranstaltung jeweils nach sechs Stunden vollzogen wird – nein, Stand heute bin ich (als bisher einziger über diese Dauer Angemeldeter) sogar auf Medaillenkurs …

Erneut auf Medaillenkurs, muss man sagen: Denn 2021 reichte es bei der Stundenlauf-Premiere in der Altersklasse M50 bereits völlig aus dem Nichts zur Silber-Auszeichnung. Nicht allzu hoch gewichtet werden sollte dabei, dass in dieser Kategorie gesamthaft nur drei Läufer klassiert worden sind. Und ja: Die offiziell erzielte Distanz von 43,332 Kilometern ist für sechs Stunden Auslauf auf den ersten Blick nicht berauschend, darf im Rückblick auf die verkorksten vergangenen zwei Corona-Trainingsjahre aber annähernd als Sportsensation bezeichnet werden. Medizinisch ist die Taktik «Ich habe kaum trainiert, also schaue ich mal, wie lange ich überhaupt mag …» dennoch nicht zu empfehlen – jegliche Haftung im Falle einer Nachahmung wird abgelehnt.

Ob Zunzgen oder Biel? Ohne oder – dafür mit und? Köln, Zermatt, Brugg? Mit oder ohne Medaille? Egal. Mit Blick auf das weitere Laufjahr 2022 ist eins auf jeden Fall klar: Er, der Virus, hat seine Arbeit getan, der Virus kann gehen. Frei nach Friedrich Schiller. Und der war nicht nur Dichter und Denker, sondern notabene auch promovierter Mediziner. Et voilà!

 

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  1. «F**k Corona»: Das Renntier lahmt – strohmRUN

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