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«Sprechstunde Gesundheit» mit Schweizer Sportlegenden

Sie kamen mir diese Woche gerade recht. Alle drei. Giulia Steingruber, Matthias «Mätthel» Glarner, Beni Huggel. Was haben die für gesundheitliche Rück- und Tiefschläge gemeistert. Teilweise immer und immer wieder. Und haben davon bei mir – in meiner Rolle als Podcast-Gastgeber – am Dienstagabend in Solothurn vor dem Mikrofon aus dem Nähkästchen erzählt (Podcast im Spotify-Player folgt weiter unten, weiterlesen lohnt sich also). Beispielsweise wie man durch Rückschläge stärker wird. Wie man ein Reha-Programm als Chance sehen kann. Und wie man (noch) stärker zurückkommt. Ob als Profi-Fussballer, als erfolgreichste Schweizer Kunstturnerin aller Zeiten oder als Schwingerkönig.

Auch bei mir stand just am Tag danach Reha auf dem Programm. Am REHAB Basel – «Long-Covid-Sprechstunde» nennt sich das Ganze. Seit Ende Februar, Anfang März geht nämlich gar nix mehr, was mit körperlicher Anstrengung zu tun hat. Geschweige denn Sport. Nichts mit den für 2022 geplanten Ultras wie die «Kölsche Naachschicht» oder den 12-Stunden-Lauf in Brugg, nichts mit «Matterhorn Ultraks». Die Energie fehlt. Die Luft erst recht. Schon nach einer Etage Treppensteigen: Schluss mit lustig.

Wer mich derzeit nach dem «Wie goot’s?» fragt, erhält – je nach Zeitbudget für vertiefende Gespräche – eine differenzierte Antwort: «Nid schlächt, aber halt au nid guet.» Wohlwissend, dass es (Weh-)Klagen auf hohem Niveau ist. Aber es befreit jeweils für kurze Momente, darüber reden zu können.

Informative und sehr unterhaltsame Gesprächsrunde mit Beni Huggel, Giulia Steingruber und Matthias «Mätthel» Glarner (von links nach rechts). | Foto: Raffi p.n. Falchi Fotografie

 

Rundenspaziergang durchs Gebäude

Und so sass ich am Mittwochmorgen in der neuropsychologischen und physiotherapeutischen Bestandsaufnahme, lief unter anderem testweise sechs Minuten (!) in gemütlichem Spaziertempo (Doppel-!) durchs Gebäude, durchaus leicht nach Luft ringend (kein Wunder auf Grund der bis auf Weiteres geltenden anäroben Schwelle von 85 bpm, nahezu eine Halbierung). Ich sah es als Chance an. In kleinen Schritten (zurück) zum Ziel. Irgendwann. Und vielleicht sogar unter dem Motto «Come back stronger».

Parallel dazu hatte ich Ende Mai einen Alternativweg eingeschlagen und mich bei einem Heilpraktiker durchchecken lassen. Spannende Erkenntnisse – unter anderem, dass der Corona-Virus in mir noch hochaktiv und der Moderna-Impfstoff nicht abgebaut worden ist, aber eigentlich zwei andere Viren meine Körperabwehrstoffe in Beschlag nehmen. Die «Komplikation» mit dem Impfstoff deckt sich notabene mit meinem subjektiven Gefühl, bereits nach dem Booster im Dezember im coupierten Gelände schwerer als üblich geatmet zu haben.

In den Wochen seit Ende Februar, Anfang März habe ich ganz vereinzelt zaghafte Versuche unternommen – 30 Minuten hier, rund eine Stunde an Ostern da –, was aber rückblickend nicht schlau war. Beim ersten REHAB-Termin meinte die Ärztin denn auch dezidiert, dass ich derzeit auf körperliche Anstrengung(en) verzichten soll. Immerhin gab die Physiotherapeutin bis zur Schwelle von 85 Herzschlägen pro Minute grünes Licht, was aber nicht wirklich über den Status Bewegung hinausreicht.

Das Gespräch mit den drei Schweizer Sportlegenden gibt’s als Podcast in voller Länge – direkt über diesen Spotify-Player und auf allen anderen gängigen Podcast-Plattformen.

 

Neuer FCB-Spieler mit klarer Long-Covid-Ansage

Szenenwechsel: Jean-Kévin Augustin heisst der neue Stürmer des FC Basel. Er hatte fast ein Jahr lang keinen Fussball mehr gespielt. Nicht mehr spielen können. Long Covid. Diese Woche gab er der «bz Basel» das erste Interview am Rheinknie – und gab unter anderem zu Protokoll: «Es bringt bei Long Covid nichts, wenn du nur halb pausierst. Es ist eine ernsthafte Krankheit, die man richtig behandeln muss. Ohne Sport.»

Und weiter: «Ich war zum Beispiel sofort ausser Atem, wenn ich mich angestrengt habe. Also musste ich ganz auf Sport verzichten, bis alles vorbei war. Nur wussten weder ich noch die Ärzte, wann das sein wird.»

Bis kommenden Montag sind die bisherigen medizinischen Abklärungen bei mir interdisziplinär (so der offizielle Wortlaut) verarbeitet und ein mögliches Therapieprogramm geformt. Was bei dieser Sprechstunde herauskommen wird? Die Antwort liefert, weil’s thematisch grad so schön passt, vielleicht der Fussball: «Schau’n mer mal, dann seh’n mer scho», wie einst Franz Beckenbauer philosophierte.

Auf Augenhöhe mit dem Spitzensport. Hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

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