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«F**k Corona»: Das Renntier lahmt

Karfreitag, 17:13 Uhr. Aufbruch zum Lauftraining. 62 Minuten später stehen 8,02 Kilometer und 240 Höhenmeter auf der Uhr. Ganz bis zum Ausgangspunkt hat’s nicht mehr gereicht. Flasche leer. Und ein Gefühl wie irgendwas zwischen Marathon und Berg-Ultra. Nach 8,02 Kilometern und 240 Höhenmetern.

Die Chronologie auf dem Weg zur totalen Frustration ist rasch erzählt: Seit Dezember 2021 trainingstechnisch endlich auf Kurs, einhergehend ein nahezu «automatischer» Gewichtsverlust von fast sechs Kilos, Ende Februar wieder Long-Run-Zeit – Halbmarathon-Distanz mal eben als lockere Trainingseinheit. Anfang März dann er, der Virus: Zum Dreifach-Geimpft-Zertifikat kommt seither auch das Genesen-Zertifikat hinzu – mehr «G» geht grundsätzlich nicht.

Doch «genesen» gilt seither nur auf dem Papier (respektive natürlich in der App), denn dieses Mistteil namens Covid-19 (in welcher Mutationsvariante auch immer) hält mich seither an der kurzen Leine: Antriebslosigkeit, Erschöpfung auf Spaziergängchen, dazu immer wieder Kurzatmigkeit und irgendwann im Verlauf des Nachmittags – mit nervausreissender Regelmässigkeit – auch Kopfschmerzen.

Das hat den Frustrationslevel in eigentlich vergessen geglaubte Höhen geschraubt. Resultat: Das Lauf-Shirt der «Renntiere Basel» hat an diesem Karfreitag deutlich an XXL-Passform gewonnen – um es verklausiert-diplomatisch auszudrücken. Das könnte grundsätzlich an der Waschmaschine liegen, wäre diese in den vergangenen Gedulds-Frust-Wochen für Trainingstextilien überhaupt zum Einsatz gekommen. Es bleibt beim Konjunktiv. Denn fünf der knapp sechs Kilos sind schlicht und einfach wieder angefuttert. Jedes einzelne Gramm ist bei den österlichen 8,02 Kilometern und 240 Höhenmetern Wegbegleiter – und vereinfacht das Trainings-Setup natürlich auch nicht.

Als Resultat dessen sind die Wettkampfziele für Anfang Mai und Ende Juni – Ultras über 50 und 75 Kilometer – dieser Tage längst gestrichen. Für das Laufjahr 2022 ist vielmehr eine komplette Neuorientierung angesagt. Irgendwie täte aktuell schon ein beschwerdefreies Training die Laune steigern. So ein rundes, ein lockeres. So wie Ende Februar. Umfang egal. Total egal.

Die Strava-App jubelt an diesem Karfreitag: «Gratulation, 5K-Herausforderung April abgeschlossen!» Ein virtueller Pokal wird eingebucht. Ein kurzes Lächeln huscht übers Gesicht – diese Mischung aus Galgenhumor und Schadenfreude geht irgendwie immer.

Donnerstag ist medizinischer Check angesagt. Schluss mit lustig.

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