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Theorie und Praxis: Laufmotivation im Schatten von Corona

Die nachfolgende Liste liest sich in der Theorie gar nicht so schlecht: im August der «Matterhorn Ultraks» (32 km, 2000 Höhenmeter rauf und wieder runter), im Oktober der «Kustmarathon» an der niederländischen Nordseeküste (traditionelle 42,195 Kilometer mit Sandpassagen), im März der «Bergmarathon Hohe Winde» (die 23K-Kurzdistanz mit rund 900 Rauf- und Runtermetern) und im Juni die «Kölsche Naachschicht» (75 Kilometer – warum auch nicht?).

Die Praxis freilich sieht anders aus. Der Startplatz für Zermatt ist (aus purem Realismus) verkauft, die Reise nach Zeeland (nicht nur wegen Covid-19, Delta-Variante und Risikoland und so) abgeblasen. Statt 20 oder 30 Kilometern, anstelle dreistündiger «Longruns» besteht der Trainingsumfang derzeit aus 8 bis 12 Kilometern, immerhin meist sehr hügelig. Ein Mal die Woche, manchmal zwei Mal, hin und wieder gar nicht. Aber vor allem – und das ist die verbindende Konstante: unregelmässig. Ohne Plan, ohne Ziel, ohne Motivation.

8 statt 30 Kilometer, punktuelle Läufchen statt Trainingsplanung: Der Coronavirus hat punkto läuferischer Leistungsfähigkeit und -begeisterung zu einem ganz persönlichen, mathematischen Delta geführt …

Während die Pandemiezeit bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung (zumindest in einer ersten Phase) zu einem wahren Bewegungsreflex und als Folge dessen zu über Monate hinweg ausverkauften Sportvelos- und Indoor-Zeugs-Angeboten geführt hat, löste sie bei mir eher das Gegenteil aus. Bewegung ja, aber nicht zwingend häufig. Eher ohne Plan, ohne Ziel, ohne Motivation.

Keine Ultraks-Höhenmeter, keine 75 Kilometer durch die Kölner Nacht. Und parallel dazu hat Homeoffice die Distanz zum Kühlschrank verkürzt. Das Resultat drückt sich in stark reduzierter Leichtfüssigkeit aus.

Die vergangenen anderthalb Jahre in der Kurzzusammenfassung: Lauf-Veranstaltungen wurden abgesagt oder auf virtuelle Events zurechtgebogen (wofür sich meine Begeisterung trotz Nutzung von «Indoor-Cycling-Communities» wie Zwift oder Rouvy in Grenzen hält), Startplätze wurden rückvergütet oder ganz einfach aufs Folgejahr übertragen.

So kommt es, dass nicht nur die beiden geplanten Starts 2022 aus der ursprünglichen Anmeldung fürs Jahr 2020 stammen. Vor dem Hintergrund der persönlichen Trainingserosion ist ein ebenso blöder wie nicht zu unterschätzender Nebeneffekt derjenige, dass ich in den 16 Monaten seit dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 parallel dazu rund 65 Wochen älter geworden.

Trübsal blasen? Wäre, zumindest in der Theorie, ein möglicher Ansatz. Die Praxis sieht aber erneut anders aus: Anmeldung für die Halbdistanz beim «Schwarzwald-Marathon» am 10. Oktober erfolgt. «Nur» 21,095 Kilometer, nur minimal hügelig. Und trotzdem: ein Ziel zur Rückgewinnung der Movation.

Tönt nach Plan. Und ob Corona-Delta oder Delta wegen Corona: Will niemand, weg damit!

Der Praxistest hat begonnen.

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