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«Akte Zeh» – ein uncooler Fall

Es wird von Tag zu Tag nerviger – aber deswegen um keinen Deut cooler. Wahrscheinlich gibt es einfach keine spannende Umschreibung für den Aufprall mit vollbeladenem «Konsi-Einkaufswägeli» auf den bereits vor fünf Jahren gebrochenen kleinen Zeh. Immerhin gab’s vor ein paar Tagen einen unfreiwilligen Motivationsschub durch einen Kollegen: Sehnenriss am Zeigefinger beim Sockenausziehen. Das ist definitiv noch uncooler.

Dabei hätte meine Geschichte durchaus Potenzial: Tiefgarage eines Einkaufszentrums. Man könnte von gleissenden Xenon-Scheinwerfern berichten, von quietschenden Reifen, von panischen Rufen ringsherum. Doch nichts von alledem. Das Auto war mehrere Meter entfernt, fuhr bestenfalls Schritttempo – trotzdem sagten die Hände «Stop!» und zogen den Einkaufswagen gegen die weiter Richtung Kofferraum des eigenen Fahrzeugs marschierenden Füsse.

Einkaufswagen

Trügerische Idylle: Einkaufswagen können zu langwierigen und vor allem uncoolen Läuferverletzungen führen. (Foto: Gabrielle Ribeiro/Unsplash)

Über neun Wochen sind seither vergangen. Seit etwa vierzehn Tagen passt der noch immer geschwollene und immer wieder mal gerötete Zeh wenigstens einigermassen in Laufschuhe. Zwischenzeitliche Linderung brachte zudem die osteopathische Behandlung, die die intraossale Dysfunktion (der Begriff wurde übrigens mittels Copy/Paste-Funktion hier eingefügt) beseitigte. 

Gestern immerhin 14,7 Kilometer. Wandern. «Nur» wandern. Gut 560 Meter hoch. Und, als besondere Belastungsprobe für den kleinen Zeh, über 1400 Meter runter. Das Laufen selbst: sehr erträglich. Das Resultat danach: geschwollen, gerötet – Einsatz für das Cool Pack. Es passt irgendwie zu dieser von der Covid-19-Pandemie dominierten Laufsaison 2020. 

Sämtliche Wettkampfpläne wurden in den vergangenen Wochen und Monaten wenig überraschend (und vor allem vernünftigerweise) über Bord geworfen. Zuletzt die Ankündigung, dass auch der im Herbst geplante Kustmarathon im niederländischen Zeeland (spricht sich notabene mit «s» und hat nichts mit der uncool-lädierten Extremität zu tun) ausfällt. Der Startplatz gilt neu für den 2. Oktober 2021 – und so füllt sich der Laufkalender für die kommende Saison ungewohnt früh.

Heute wäre übrigens Auftakt für die Olympischen Sommerspiele in Tokyo. Die Realität: verschoben. Der Marathonlauf der Männer wird neu am 8. August 2021 stattfinden. Bis dahin gehe ich «Konsi-Einkaufswägeli» in Tiefgaragen lieber buchstäblich aus dem Weg.

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