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Leimentalerlauf: Saisonstart mit Lust auf mehr

Schande über mich. Luftlinie liegen der Schlatthof und die prächtige Landschaft drumherum nur rund 10 Kilometer vom Wohn- und Heimatort entfernt – trotzdem war es gestern eine Premiere: Nach etwas mehr als der Hälfte des «Leimentaler Langstreckenlaufs» werden dort Wasser und warmes Isogetränk gereicht.

Die Hügelkette ab Bruderholz bis Therwil: kenn ich. Ab Aesch zur Klus und auf den Blauen: kenn ich. Die Wege und Landschaften dazwischen: Neuland. Bis gestern.

Bereits zum 40. Mal hat der Turnverein Oberwil den Wettkampf organisiert und kann, so schreiben die Verantwortlichen auf der Homepage, die Festwirtschaft bei der Sporthalle Hüslimatt zum ersten Mal in vier Jahrzehnten draussen aufbauen. 16 Grad spendet die Frühlingssonne. Ungewohnt nach den teils eiskalten Trainingstagen der vergangenen Wochen.

Fast 500 Läuferinnen und Läufer sind gekommen: zum Nordic Walking, zum erstmals ausgetragenen «Fun Run» und zur Hauptdistanz. 15 Kilometer gelten in Oberwil als «Langstrecke» – doch es sind 15 Kilometer, die es in sich haben. Immer wieder leicht coupiert, nur ganz selten ganz flach. Am Ende stehen 240 Höhenmeter auf der Uhr. Und eine Zeit, die – zum Auftakt in die Wettkampfsaison 2019 – Lust auf mehr macht. 1:25.54 entsprechen einer durchschnittlichen Pace von 5:46 Minuten pro Kilometer. Das hätte ich vor dem Start, wie es so schön heisst, «unterschrieben».

Ganz zufrieden dann aber doch nicht: Zu schnell ins Rennen gestartet, was den ersten Aufstieg bei Therwil zum Härtetest reifen lässt. Einige Läuferinnen und Läufer überholen mich. Irgendwann mal der Blick zurück, ob denn überhaupt noch hinter mir wer kommt. Ja, natürlich.

«Man in Black»: Start auf der linken Strassenseite zu 15 wunderschönen und anspruchsvollen Kilometern inmitten des Baselbieter Leimentals. (Foto: TV Oberwil)

Die Szenerie zwischen Therwil, Ettingen, Reinach und Aesch ist wunderschön. Weite Felder, sanfte Hügel, tolle Fernsicht. Der herrliche Frühlingstag verstärkt die Eindrücke. Und irgendwann kommt auch der Moment, in dem ich realisiere, dass die Zeiten voll im Plansoll liegen: 5:29 auf Kilometer drei, dann 5:16, 5:42, 5:41 – passt. Rein zahlenmässig zumindest. Denn Uhr und Gefühl sind alles andere als im Einklang.

Zeitweise schweife ich in Gedanken ab, realisiere immer wieder sprunghaft, dass ich in einem Wettkampf stecke. «Hey, kumm», rufe ich mir zu. Und mache prompt Plätze gut. Was nach cleverer Zermürbetaktik gegenüber der Gegnerschaft aussieht, ist vielmehr das zum Wettkampf-Saisonauftakt noch etwas unbeholfene Auspendeln der eigenen Leistungsfähigkeit. Mitte Februar – irgendwo zwischen nicht schon beim ersten Einsatz überborden und raus aus der Komfortzone. So ganz stimmt die Justierung bis zum Schluss nicht.

Aber: Je mehr Anstieg, desto besser. Wo andere gehen, bleibt die Schrittfrequenz regelmässig. Und vor allem: Je länger, desto wohlfühlen. Keine schlechten Voraussetzungen im Hinblick auf die geplanten Bergeinsätze bis hin zur Ultradistanz. Dort, wo ich beim Aufstieg vor gut einer Stunde noch geknorzt habe, lasse ich es jetzt bergab krachen: 4:50 auf dem zweitletzten, 4:59 auf dem letzten, flachen Kilometer.

Wieder warmes Isogetränk nach dem Zieleinlauf. Lust auf mehr.

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