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Laufplanung: Sieh, das Gute liegt so nah

Geht es um geflügelte Worte, liefert die Quellensuche als Antwort in der Regel Schiller. Oder dann halt Goethe. Mit einem von beiden liegt man nie falsch. Fast nie. So wie heute. «Erinnerungen», nannte der gute alte Johann Wolfgang seinen Vierzeiler, der die Planung für den Lauffrühling 2019 bestens umschreibt.

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

Nun. Das mit dem Glück lassen wir an dieser Stelle mal beiseite. Aber ein Läufer landet bei der Suche nach passenden und attraktiven Wettkampfmöglichkeiten in der Tat geografisch rasch einmal in entfernten pulsierenden Weltmetropolen oder berücksichtigt nicht eben um die Ecke liegende, dafür prominent-klingende Veranstaltungsnamen, die zumindest national, wenn nicht sogar international den Aha-Oho-Jäso-Effekt auslösen.

Muss nicht sein, wie meine provisorische Planung für das erste Quartal des Laufjahrs 2019 zeigt. Das (erste?) grosse Jahresziel steht seit November: die 51er-Distanz beim «Eiger Ultra Trail». Start am 20. Juli um 7 Uhr morgens. Noch fast 200 Tage. Doch bis dahin? Der Auftrag ist klar: Den seit Herbst kontinuierlich angesetzten Bauchspeck eliminieren, dafür quasi im Gegenzug Kilo- und Höhenmeter sammeln. Letzteres, das kristallisiert sich zusehends heraus, ganz nach dem Motto: Das Gute liegt so nah.

Bergpremiere in der Nordwestschweiz

Wie beispielsweise bei der ersten Bergmarathon-Veranstaltung der Nordwestschweiz Ende März. «Aus einer Idee wurde Wirklichkeit», schreiben die Organisatoren Ramon Höfler, Roman Häring und Michael Meier auf der Homepage des «Bergmarathon Hohe Winde». Gelaufen wird mit Start und Ziel in Brislach im Baselbieter Laufental sowie im Solothurner Schwarzbubenland; 42,8 Kilometer auf der Hauptdistanz – oder eben «nur» 23,5 Kilometer bei der von mir gewählten Trail-Halbvariante, die es aber auch auf teils ruppige 850 Höhenmeter bringt. Rauf. Und wieder runter.

Werbung für die Veranstaltung muss an dieser Stelle nicht mehr gemacht werden, denn die gesamthaft 250 Startplätze sind seit Anfang Dezember vergeben. «Die Beschränkung der Teilnehmergrösse ist etwas auf Unverständnis gestossen», berichten die Organisatoren – das habe jedoch mit den Behördenbewilligungen und der Infrastruktur zu tun. «Wir wollen allen tolle Rahmenbedingungen bieten.»

Saisonstart im Leimental

Noch nicht fix, aber ebenfalls in der Agenda – notabene als Wettkampf-Saisoneröffnung – eingetragen ist der «Leimentaler Langstreckenlauf»: Bereits zum 40. Mal findet am 16. Februar die vom Turnverein Oberwil organisierte Veranstaltung statt.

Aufgepasst: Der Name ist nicht wirklich Programm und tönt bei genauer Betrachtung sogar nach Übertreibung. Denn die 15 Kilometer der Hauptstrecke sind nicht wirklich «lang», dafür kommt die von Oberwil über Therwil, Reinach und Ettingen führende Rundstrecke für einen Volkslauf heimtückisch coupiert daher.

Höhenmeter im Badischen und Elsass

Und dann wäre da noch der Turnverein Ihringen. 60 Kilometer vor den Toren Basels (das Gute so nah, ihr wisst schon …) organisieren die Badener wiederum den «Internationalen Kaiserstuhllauf». Und das mittlerweile auch schon zum 34. Mal. «Eine der schönsten Laufstrecken», wird Teilnehmer-Feedback auf der Veranstaltungsseite zitiert. «Zwar nicht ganz einfach zu laufen, aber mit herrlichem Panorama auf Schwarzwald, Rheinebene und Vogesen», ergänzen die Organisatoren.

Nicht einfach zu laufen? Herrliches Panorama? Da bleibt man beim Googeln von passenden Wettkampf-Gelegenheiten doch glatt hängen, notiert sich den 10. März mit seinen 17,8 Kilometern und 440 Höhenmetern ebenfalls in der Agenda und …

… springt ein Wochenende weiter und – à propos Panorama und Vogesen – gleichzeitig auf die linke Seite des Rheinufers: das Elsass. Der «Trail du Petit Ballon d’Alsace» ist in der heutigen Aufzählung sicher die renommierteste Veranstaltung, macht mit seiner Homepage aber irgendwie auf herrlich unaufgeregtes und puristisches «Understatement». Nur noch 73 Tage verrät zwar der eingebaute Countdown auf den ersten Blick, ansonsten sind aktuelle Informationen über die 2019er-Ausgabe mit Ausnahme des Anmelde-Links (was braucht es auch mehr?) aber weitestgehend inexistent. Wer gar auf «Actualités» klickt, der macht eine Zeitreise zurück ins Jahr 2016. Typisch französisches Laissez-faire?

Wie dem auch sei: Der Hauptlauf ist mit 54 Kilometern und 2200 Höhenmetern mit Blick auf die Saisonplanung für Mitte März natürlich zu lang, aber die Variante namens «Les Grands-Crus» (28 Kilometer, 900 Höhenmeter) schafft es schliesslich auch in die persönliche Laufagenda. Start und Ziel übrigens in Rouffach. Gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller sowie zum Kanton Wintzenheim. Distanz ab Basel: 55 Kilometer. Google Maps schätzt dafür rund 40 Autominuten. Sieh, das Gute liegt so nah.

Oberwil, Ihringen, Rouffach: Noch sind die Dreiländereck-Termine nicht in Stein gemeisselt. Aber es tönt schon verdammt nach Plan. Und: Lerne nur das Glück ergreifen …

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