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Eiger Ultra Trail 2019: Nervenprobe bestanden

Etliche sind sauer. Mächtig sauer. Nachzulesen in den Kommentaren auf der Facebook-Seite des «Eiger Ultra Trail». Denn gestern startete die Registrierung für den E101, die Königsklasse im Berner Oberland. Punkt 12 Uhr, eigentlich. Doch dem Vernehmen nach ging um diese Zeit bereits gar nichts mehr.

«Ausgebucht», heisst es weniger später, «die Limite wurde nach 3 Minuten erreicht.» 500 Startplätze weg. Aus einem Knoten im Anmeldeprozess in diesem Jahr haben die Organisatoren ihre Lehren gezogen und starten das Buchungsfenster für die vier verschiedenen Distanzen an vier aufeinanderfolgenden Tagen.

Heute nun der «Panomara-Trail»: «nur» 51 Kilometer, dazu 3100 Höhenmeter. Nach oben. Und wieder nach unten. Der Ansturm wird wohl deutlich geringer sein, flüstert mir Lauffreund Dominik Schäfer noch über WhatsApp zu – loggt sich kurz vor 12 Uhr sicherheitshalber aber auch ein, um nötigenfalls meinen Anmeldeprozess durchzuziehen.

Nervosität wie bei einem Ticketvorverkauf für einen begehrten Superstar. Wer zu spät klickt, den bestraft das Leben. Rausposaunen will ich mein erstes grosses Laufziel 2019 deshalb noch nicht, bis ich nicht wirklich die Bestätigung in der Mailbox sehe. Das Hotel für das Grindelwald-Wochenende ist indes seit ein paar Tagen sicherheitshalber gebucht.

11:59.48 Uhr. Die Online-Atomuhr (ja, die gibt es …) auf meinem zweiten Computer-Bildschirm zeigt noch 12 fehlende Sekunden. Heute gibt es definitiv keinen Frühstart auf der Registrierungsplattform Datasport. Noch sind alle Links inaktiv, wie meine sporadischen «Refresh»-Versuche beweisen. Jetzt, 12 Sekunden vor dem Startschuss, aber nichts mehr riskieren.

Das Höhenprofil des «Panorama-Trails»: Auf rund 51 Kilometern wollen 3100 Höhenmeter bewältigt werden – nach oben und nach unten.

Synchron mit der Anzeige «12:00.00 Uhr» klickt die Maus, die Seite lädt – und es funktioniert. Wenige Augenblicke später bin ich offiziell E51-Teilnehmer. Auch Dominik ist drin. Geht aber «stand by». Er ist dann – als Begleitläufer seiner Freundin – morgen mit dem E35 dran. Mein Anmeldeprozess flutscht durch. Kreditkartenzahlung. Muss sein.

«Was bezahlen Sie Dir dafür», lästert ein Kollege auf Facebook, als ich wenig später die weite Welt über meine erfolgreichen Buchung in Kenntnis setze. Recht hat er ja: 11 oder mehr Stunden quälen – und dafür noch tief in die Tasche greifen? Ja, so sind wir halt.

Nervenprobe bestanden. Das war einfach. Das war unspektakulär. Und letztlich nur unnötige Aufregung, weil gar es gar keinen Ansturm gab? Weit gefehlt.

«Ausgebucht», heisst es weniger später, «die Limite wurde nach 1 Minute erreicht.» 700 Startplätze weg. Ein leises Jubeln kann ich mir nicht verkneifen. Und ein bisschen Stolz auf meine Mausklick-Sprintfähigkeiten, die mir allerdings dann am 20. Juli 2019, dem Wettkampftag, überhaupt nix nützen werden.

Und die Kehrseite des Tages: Auch heute sind etliche wieder sauer. Mächtig sauer. Für 2020 kündigen die Organisatoren des «Eiger Ultra Trail» in den Facebook-Kommentaren jedenfalls ein neues Anmeldeprozedere an. Nicht zuletzt sie selbst wurden vom Hype der vergangenen beiden Tage komplett überrumpelt.

2018 die Einstiegsvariante E16 absolviert – damals nur eine Woche nach dem erfolgreichen Zermatt-Marathon. Jetzt heisst es 2019: «Move to the next level.» Alleine die Finisher-Medaille ist die Qualen wert, denn … 

… die Steine werden von einem einheimischen Bergführer von Hand gesammelt und präpariert. «In jedem Stein lebt der Mythos Eiger und die Einmaligkeit deines Erlebnisses am Fusse der Nordwand weiter», heisst es auf der Homepage. «Er wird dich auf deinem Weiterweg inspirieren.»

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