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Flashback: Das Laufjahr 2018 im Schnelldurchlauf

Zwei Varianten sind denkbar. Variante eins: Textlich nahtlos einsteigen und so tun als ob dazwischen nichts war. Variante zwei: Die fast 15 Monate seit dem letzten Blogpost Kilometer für Kilometer, Training für Training, Wehwehchen für Wehwehchen feinsäuberlich aufarbeiten und nur schon beim Gedanken daran das hemmungslose Gähnen und unkontrollierte Wegnicken provozieren. Bei mir. Aber auch bei der Leserschaft.

Der Entscheid ist eindeutig: Variante drei.

Und die heisst: «Fast forward» – oder Schnelldurchlauf. Denn die Stille auf dem Blog bedeutet keinesfalls, dass da nichts war. Läuferisch. Ganz im Gegenteil.

Also. Schuhe geschnürt. Kurz aufgewärmt. Und ja, versprochen: Fötteli gibt’s weiter unten auch noch. Los geht’s.

  • Flashback #1 | Wie aus dem Nichts haue ich nach schludriger Vorbereitung ohne Strukturen beim Basler Stadtlauf im November einen neuen persönlichen Rekord raus: 26:32 Minuten für die leicht coupierte 5,5-Kilometer-Strecke durch die weihnächtlich beleuchtete Basler Innenstadt. Das kommt mehr als überraschend. Natürlich nicht die weihnächtliche Beleuchtung, die ist Tradition – nein, die Zeit. Und sie motiviert im Hinblick auf das Laufjahr 2018, in dem das Charity-Laufprojekt «Missiun Grischa» im Zentrum stehen soll.
  • Flashback #2 | Spontanentscheid. Nach ein paar tollen Schwarzwald-Lauftagen mit frühlingshaftem Wetterglück, wunderbarer Freundesbegleitung und knapp 90 Kilometern in den Beinen ziehe ich mich Anfang Mai – zusammen mit Lauffreund Mändu Schmid – in einem Schulzimmer in Brugg für die zweite Austragung des Aargau-Marathon um. Die Anmeldung ist erst ein paar wenige Tage alt. Warum eigentlich nicht hier mal laufen, auf meiner alten Trainingsstrecke der Aare entlang? Auf Zeit laufen wir heute nicht, Kilometersammeln steht im Vordergrund. Und 4:42 Stunden später sind wir in Aarau im Ziel. Nicht ankommen, war zu keinem Zeitpunkt eine Option. Mal eben als Training, ohne gezielte Marathon-Vorbereitung einen ebensolchen 42-Kilometer-Lauf raushauen? Meinereiner lächelt zufrieden.

Gruppenfoto vor der 56-Kilometer-Kurzversion der «Nacht der Nächte» mit Dominik Schäfer, Andreas Perracini und Marc Graf.

  • Flashback #3 «Bald 50 – und noch kein bisschen Ultra», jammerte ich noch Anfang August 2017. Anfang Juni 2018 gibt’s dazu keinen Grund mehr. Die «Nacht der Nächte» in Biel – noch nicht der Hunderter (den ich, es sei an dieser Stelle nochmals buchstäblich schmerzlich daran erinnert, 2006 mit Blasen an den Füssen nach 77 Kilometern abbrechen musste, was noch immer nagt …), aber immerhin der Ultra-Nacht-Marathon über 56 Kilometer soll es sein. Ankommen – und vielleicht irgendwo zwischen sechs und sieben Stunden landen, so die persönliche Vorgabe. Und die Realität? Kurz vor 5 Uhr morgens laufe ich in Kirchberg ins Ziel. 6:47.35,3 Stunden stehen später in der offiziellen Rangliste. «50 – und ab jetzt Ultra», denke ich genüsslich.
  • Flashback #4 | Zermatt-Marathon. Allein des «Horu» wegen immer noch ein Muss. Und nach den selbstverschuldeten Krämpfen des Vorjahres halt irgendwie auch eine Rechnung offen. Es läuft. Und wie. Auch dank des hervorragenden Coachings von Reto Hunziker, der wie von Geisterhand von Posten zu Posten schwebt, wird auf Riffelberg nach 42,195 Kilometern und knapp 2000 Höhenmetern Unvorhergesehenes passieren: Mit 5:56.22,3 knacke ich völlig überraschend die 6-Stunden-Marke. Überraschend deshalb, weil ich im Vorfeld primär Kilometer gefressen und kaum Höhenmeter trainiert habe. Mal eben ohne gezieltes Bergtraining einen ebensolchen Lauf raushauen? Da ist er wieder: Der Bergfloh in mir.

Praktisch aus dem Nichts: Dank hervorragendem Coaching von Reto Hunziker laufe ich beim dritten Zermatt-Marathon-Finish unter sechs Stunden ins Ziel.

Vom Wallis ins Berner Oberland: Nur eine Woche nach dem Zermatt-Marathon halte ich beim «Eiger Ultra Trail» schon wieder ein Finisher-Shirt in Händen – wenn auch «nur» über die Kurzdistanz E16. Aber was nicht ist …

  • Flashback #5 | Noch eins draufsetzen – und zwar in Grindelwald. Nur eine Woche nach dem Matterhorn, vor der Kulisse des Eigers der «E16» (Bezeichnung des Veranstalters: der Genuss-Trail) mit happigen 1000 Höhenmetern. Und die wollen beim «Eiger Ultra Trail», im Gegensatz zu Zermatt, auch nach unten wieder weggearbeitet werden. Das geht in die Oberschenkel. Aber bereitet angesichts der atemberaubenden Bergkulisse Spass. Nach gut 142 Minuten ist die in Realität fast 17 Kilometer lange Belastungsprobe bestanden. Bergfloh und so – ihr wisst schon.
  • Flashback #6 | «Missiun Grischa», acht Tage, laufen für den guten Zweck. Weit. Und hoch. 136 Kilometer und 5000 Höhenmeter kommen bei mir letztlich zusammen. An den letzten beiden Tagen geht nichts mehr, die Muskulatur am linken Knie ist müde.

Und nun? Ende Oktober. Trainingsmässig wirklich geplant war und ist das Jahr 2018 nicht. Und trotzdem spuckt die Statistik 1267 Laufkilometer und fast 17’200 Höhenmeter aus. Macht natürlich Lust auf mehr.

Eine Idee für 2019 ist schon sehr fix. Dazu dann mehr, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Das einzige Ziel soll diese eine Idee jedenfalls nicht bleiben. So viel steht fest.

Und eine Sache ist da noch: Basler Stadtlauf, Ausgabe 2018. Die persönliche Bestzeit des vergangenen Jahres entspricht nämlich einem Schnitt von 4:49 Minuten pro Kilometer. Ich schlucke leer. Was seit gut einer Woche mitunter äusserst schmerzhaft ist. Dieser Tage ist wärmender Husten- und Brusttee angesagt.

T wie Tee statt T wie Training? Nach den Erfahrungen des bisherigen Laufjahrs 2018 beunruhigt mich das nicht – und klingt fast schon wie ein Plan …

4 Kommentare zu Flashback: Das Laufjahr 2018 im Schnelldurchlauf

  1. Hallo Vloggy

    Danke für deine E-Mail.

    Wie sieht es aus nächsten Sonntag? Hast du Lust am ersten Basel Running Day in Riehen teilzunehmen? Würden mich sehr freuen und du kannst dies als wettkampfmässiges Training für den Basler Stadtlauf anschauen!!!

    Mehr auf: http://www.baselrunningday.ch

    Lieben Gruss und schönen Sonntag Reto

    __________________________

    Reto Jakob Basel Running Club Athletics Präsident 4125 Riehen

    +41 79 430 36 91

    reto.jakob@baselrunningclub.ch http://www.baselrunningclub.ch _________________

    Reto Jakob Peter Rot-Strasse 24 4058 Basel

    >

  2. Schön von dir zu hören bzw. lesen, junger Mann. Unglaublich, was du alles leistet, trotz suboptimaler körperlichen Verfassung… Vielleicht sehen wir uns am Basler Stadtlauf.

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