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Zermatter GPS-Härtetest für Garmins Fenix 5X

Höher, weiter, schneller – das ist in der Regel Ziel eines regelmässigen Trainings. Sei es beim Laufen, beim Biken, auf dem Rennvelo. Oder, wie dieser Tage vor dem Hintergrund einer rekonvaleszenten Bänderzerrung, beim Wandern.

Höher, weiter, schneller? Es fehlt in dieser Aufzählung noch ein Adjektiv: genauer. Dieses kommt nämlich dann zum Zuge, wenn man als treuen Trainingsbegleiter eine GPS-Smartwatch mit allerlei Annehmlichkeiten einsetzt – wie in meinem Fall die Garmin Fenix 5X. Sie bereitet grundsätzlich Freude, sieht (für GPS-Smartwatch-Verhältnisse) chic aus und hält allerlei Features bereit. Was Wunder: Ist ja auch alles andere als ein Schnäppchen.

Am Ende des Tages zählt aber nur eins: die Genauigkeit der aufgezeichneten Aktivitäten. Und da gibt es durchaus so Zweifel – denn, wer bei Google nach den Begriffen «Fenix 5X» und «GPS-Genauigkeit» sucht, wird rasch fündig: in Blogs, auf YouTube, und keineswegs nur schmeichelhaft.

Atemberaubender Blick vom Unterrothorn auf die Bergkette mit Castor, Pollux, Breithorn, Klein Matterhorn und – natürlich – das Matterhorn. Die heutige Tour ab Sunnegga diente im Nachhinein als Vergleichsmessung für die Garmin Fenix 5X punkto Messgenauigkeit. (Foto Uhr: Garmin)

Mir fiel auch schon das eine oder andere Mal auf, dass die aufgezeichnete Route mitunter sehr wacklig und mehr als nur punktuell abseits des Weges protokolliert wurde. Etwas erschrocken bin ich erstmals, als beim Zermatt-Marathon Anfang Juli schon relativ früh, nach fünf oder sechs Kilometern eine Distanzabweichung von über 200 Metern auf dem Tacho stand. Diese blieb dann bis ins Ziel nach 42,195 Kilometern zwar konstant, aber die positive Höhendifferenz wurde mit «lediglich» 1893 an Stelle der offiziellen 1944 Metern ausgewiesen.

Nichts gegen die Zahl 1893 an und für sich, entspricht sie doch dem Gründungsjahr «meiner» Vereine FC Basel und VfB Stuttgart – doch ich wollte es genauer wissen. Erst recht, als ich bei den Wanderungen der vergangenen Tage insbesondere bei der Höhe des Zielpunktes zwischen Uhr am Handgelenk und offizieller Beschriftung an den Gebäuden weitere Differenzen feststellte.

Und siehe da: Die Abweichungen lassen sich auf einfachste Art und Weise dokumentieren. Nämlich dann, wenn die von der Uhr aufgezeichnete GPX-Datei aus «Garmin Connect» heruntergeladen und beispielsweise bei «SchweizMobil» in die Swisstopo-Karte des Bundesamts für Landestopographie (genauer und offizieller geht’s nicht) wieder hochgeladen wird.

Vergleichsmessung 1: Zermatt-Grünsee-Gornergrat

GPS-Auswertung Distanz pos. Höhendiff. max. Höhe
Garmin Connect 9,58 km 1367 Meter 3061 M.ü.M.
Swisstopo 9,27 km 1472 Meter 3128 M.ü.M.
Differenz +310 Meter (3,3 %) –105 Meter (7,1 %) –67 Meter (2,1 %)

Vergleichsmessung 2: Zermatt-Furi-Riffelberg

GPS-Auswertung Distanz pos. Höhendiff. max. Höhe
Garmin Connect 9,34 km 963 Meter 2559 M.ü.M.
Swisstopo 8,81 km 1015 Meter 2579 M.ü.M.
Differenz +530 Meter (6,0 %) –52 Meter (5,1 %) –20 Meter (0,8 %)

Vergleichsmessung 3: Sunnegga-Unterrothorn

GPS-Auswertung Distanz pos. Höhendiff. max. Höhe
Garmin Connect 3,74 km 774 Meter 3057 M.ü.M.
Swisstopo 3,26 km 831 Meter 3101 M.ü.M.
Differenz +480 Meter (14,7 %) –57 Meter (6,9 %) –44 Meter (1,4 %)

Es fällt auf: Immer misst die Garmin Fenix 5X eine zu lange Wegdistanz, spart dafür bei den Höhenmetern. Das schmälert in der Statistik die Leistung, lässt einen während der Aktivität aber dann «früher» ankommen, wenn man die offizielle Höhe des Ziels – wie beispielsweise beim Gornergrat – im Kopf hat. Ein Trost ist das nicht: Von so teurer Technik, erst recht von einem auf Navigationssysteme spezialisierten Hersteller, darf punkto Genauigkeit mehr verlangt werden.

Dass bei der Vergleichsmessung 3 die gelaufenen Kilometer eine derart grosse Abweichung aufweisen, hat einen Grund: Die Direttissima zwischen Blauherd und Unterrothorn ist perfid – die engen Spitzkehren haben GPS- und Glonass-Ortung bewusst an den Rand der Verzweiflung treiben sollen. Im Kartendetail sind die fast 15 Prozent Differenz indes kaum zu erkennen.

Einmal links, einmal rechts: Die Direttissima von Blauherd nach Unterrothorn eignet sich auch wandernd als hervorragendes Konditionstraining. (Quelle: GPX-Datei Garmin Connect/swisstopo/SchweizMobil – Bild anklicken für vergrösserte Anzeige)

In den Optionseinstellungen der Uhr ist die Datenaufzeichnung – die, wie bereits erwähnt, nicht nur mittels GPS, sondern auch Glonass erfolgt – auf «intelligent» gesetzt. Das ermögliche längere Aktivitätsaufzeichnungen, heisst es in der Anleitung. Logisch. Die Alternative heisst «jede Sekunde».

Aber «intelligent» und «genau» sind ja eigentlich kein Widerspruch.

 

2 Kommentare zu Zermatter GPS-Härtetest für Garmins Fenix 5X

  1. … aber kann sie mit Deiner Waage? 😜

    • Das braucht sie längst nicht mehr: Habe seit über einem Jahr eine Garmin-Waage (!), die noch direkter mit WLAN und Garmin Connect verbunden ist. Die Waage, die Du meinst, war ja schon uuuuuralt … quasi … 😉

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