Newsticker

Garmin Fenix 5X: Saphir und Edelstahl im Kopf

YouTube in der Endlosschlaufe. Seit Anfang Jahr. Seit Garmin an der CES 2017 in Las Vegas die Katze aus dem Sack gelassen hat: Fenix 5 heisst der neuste Wurf. Der Hersteller mit (steuergünstigem) Unternehmenssitz in der Schweiz nennt ihn salbungsvoll «Outdoor-Profi».

Eine GPS-Uhr, die optisch endlich auch alltagstauglich daherkommt? YouTube in der Endlosschlaufe. Blogger und Vlogger stellen Vor- und Nachteile vor. Zeigen Knöpfe und Menüfunktionen, bejubeln Design und kritisieren den Preis. Schnell wird klar: Das Topmodell, die 5X mit Saphirglas, wird jenseits der 800-Franken-Marke liegen. Teuer. Sehr teuer – für eine Sportuhr.

Verkaufsstart in der Schweiz ist Anfang Mai. Offiziell. Zumindest in den Shops, die ich seit Anfang Jahr regelmässig abgrase, wenn nicht gerade YouTube mit irgendeinem Vlogger-Video läuft. Sie heissen Techy-Agent, Rizknows oder DC Rainmaker – und haben letztlich alle nur ein Ziel: Mich mit dem Fenix-5X-Virus zu infizieren. Was gelingt.

Trotz absolut funktionsfähigem Forerunner 920XT vom selben Hersteller ist der Kaufentscheid eigentlich gefallen. Wobei … mehr als 800 Franken? Für eine Sportuhr? Zweifel. Erst recht, als plötzlich die ersten Videos zur Forerunner 935 auftauchen. Dem offiziellen Nachfolgemodell der 920XT. Optisch eigentlich eine Fenix 5. Nur Plastik statt Stahl.

Wieder YouTube in der Endlosschlaufe. Techy-Agent, Rizknows und DC Rainmaker – sie alle haben mittlerweile auch den Forerunner 935 unter die Lupe genommen haben. «Highend GPS Running & Triathlon Uhr», schiebt Garmin in der Werbung nach. Premium gegen ultimativ – Plastik gegen Saphir.

Garmin überall. Auch in der «Wirschaftswoche»: «Klitzekleiner Test einer Triathlon-Uhr», titelt Thorsten Firlus-Emmrich seinen Blogartikel. Triathlon? Multisport? Ich weiss: Überdimensioniert sind für meinereiner ja alle – die aktuelle Forerunner 920XT inklusive. Firlus-Emmrichs Auslegeordnung gefällt: Für wen lohnt sich der Umstieg überhaupt? «Besitzer eines Garmin 920XT», fragt er. «Nein, ausser sie wollten eh unbedingt Herzfrequenzmessung am Arm haben (…) und liebäugelten mit einer Fenix 5, die ihnen aber zu klobig sind.» Volltreffer. 51 Millimeter Durchmesser, über 17 Millimeter dick.

Klobig? Genau. Das sprach bis zu diesem Zeitpunkt in der Tat gegen eine Augen-zu-und-durch-Vorbestellung einer Fenix 5X. Doch ganz ehrlich: funktionierendes Plastik (920XT) gegen neues Plastik (935) ersetzen? Uncool!

So droht zu diesem Zeitpunkt ein weiteres Wochenende mit YouTube in der Endlosschlaufe. Bis zu jenem Moment, als meine Frau beim samstagnachmittäglichen Stadtbummel im Untergeschoss der Basler Filiale eines Schweizer Sportdetailhändlers sie entdeckt. Sie, die Fenix 5X. Mitten im Raum, auf dem Weg zu Gel-Gummi, Laufsocken und Getreideriegel, die eigentlicher Grund für die konsumgetriebene Einkehr sind. Und jetzt also sie. Die Fenix 5X. Ein Dummy, wie sich Sekunden später herausstellt.

«Darf ich die Uhr mal an mein Handgelenk binden», frage ich den Verkäufer. So von wegen klobig. Und Vernunftsentscheid gegen ein neues Gadget. Fehlanzeige. Überhaupt nicht klobig.

Also doch? Anfang Mai, vielleicht? Eine Fenix 5X? «Wäre bestellbar», frage ich unverbindlich. «Wieso bestellen? Wir haben die schweizweit exklusiv bereits im Verkauf», antwortet er – und das Satzende «… auf auf auf» hallt wie ein Echo in meinem Kopf nach. Mein Gegenüber holt kurz Luft, um dann voller Euphorie die Vorzüge des Geräts anpreisen zu wollen. «Stopp», schiesst es aus mir heraus. Ich kenn sie, die Vorteile. Alle. Seit Anfang Jahr.

YouTube hat nun vorerst Pause. Und die neue Uhr bereits ihren ersten sonntäglichen Longjogg hinter sich: 23 Kilometer, 439 Höhenmeter. Das mit der Herzfrequenzmessung am Arm kann ich (noch?) nicht ernst nehmen, das sind Fantasiewerte (wie auch das testweise Koppeln eines Brustgurts beweist). Aber sonst: Freude herrscht. Ein ausführlicherer Erfahrungsbericht folgt natürlich.

Saphir und Edelstahl: vom Kopf ans Handgelenk. Quasi. Auf dem Weg zum Outdoor-Profi eben – ihr wisst schon!

Vorinstallierte Outdoor-Karten für ganz Europa: Was im Verkaufsprospekt der Garmin Fenix 5X wie ein nettes Gimmick tönt, ist tatsächlich auch unterwegs gut ablesbar.

2 Kommentare zu Garmin Fenix 5X: Saphir und Edelstahl im Kopf

  1. Genau die richtige Wahl getroffen!!

    Ich renne zwar noch mit der Fenix3 WHR rum, aber bis auf ein paar Funktionen genau gleich wie die Fenix5: also seeehr cool. Als kleine Frau hat mich das „klobige“ Teil nicht abgeschreckt – 935 Plastik?? .. irgendwie einfach uncool

    • Ja, die Grösse der 5X ist in der Tat grenzwertig – aber bei mir geht es. Heute den ersten «Alltagstest» erfolgreich überstanden.

      Was ich nicht ganz verstehe ist die doch recht unterschiedliche Ausstattung von 5X, 5 und 5S. Aber das (inklusive Preisstellung) ist man sich als «Apple-Jünger» irgendwie ja gewohnt …

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Garmin Fenix 5X: Spontane Liebe mit Dämpfern – strohmRUN
  2. Zermatter GPS-Härtetest für Garmins Fenix 5X – strohmRUN

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: