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Läuferische Seelenmassage mit Doppelknoten

Welche Kastentüre? Für einen Moment überlegen, wo die Laufsachen versorgt sind? Es wäre ja durchaus plausibel. Nach über 93 Tagen, vor rund 2237 Stunden. Doch ich finde sie auf Anhieb: Laufhosen, Socken und (demonstrativ!) das Finisher-Shirt des Zermatt-Marathon 2014.

Zuvor, heute morgen, der dritte Besuch in der Sportklinik. Nach Beweglichkeitstests, Röntgen und medikamentöser Behandlung nochmals Besprechung. Irgendwie ein Stück weit mit dem Latein am Ende. Der Ischiasnerv, er drückt. Irgendwo. Irgendwie. Irgendwann. Manchmal mehr, manchmal weniger. Und immer öfter gar nicht. Der Druck – wohl ausgelöst durch einen Muskel.

Ursprünglich (ziemlich) sicher mal der Piriformis. Damals, im Sommer vor zwei Jahren. Und heute? Reine Spekulation. Der Piriformis – oder ein anderer. Gibt ja genug davon, dort in der rechten Gesäss- und Oberschenkelgegend. Ob Ursache oder Wirkung? Rätselraten in der Besprechung heute Morgen – nach Beweglichkeitstests, Röntgen und medikamentöser Behandlung.

Ermutigende Physiostunden, sorgfältig begleitete Personal Trainings und die Inbetriebnahme meines Rudergeräts (jaha, ausführlicher Gadgetbericht folgt!) haben zuletzt etwas Linderung gebracht. «Es spricht nichts dagegen …», sagt der Sportarzt plötzlich – und ich beende den Satz bereits in Gedanken, bevor er ausgesprochen ist.

Nicht mehr als 15 oder 20 Minuten, verspreche ich ihm. Zwei, drei Trainings sollen es aber schon sein, erwidert er. Dann Feedback an ihn – und halt nötigenfalls ein MRI, sollte der Rückschlag erfolgen.

schnecke

Die Pace ist Wurscht: Das heutige Lauftraining ist Balsam für die Psyche. (Foto: Flickr/RiyAdh-M!s$/CC)

Laufhosen, Socken und (demonstrativ!) das Finisher-Shirt des Zermatt-Marathon 2014 habe ich angezogen. Schuhe. Uhr. Letztere zeigt 18 Minuten später eine Distanz von 2,26 Kilometern an, entspricht einer Pace von 7:58 Minuten pro Kilometer. Das ist mir sowas von Wurscht! Es zählt heute nicht. Nicht ansatzweise. Es ist ein Training für den Geist.

Und schon während der läuferischen Seelenmassage kommen mir erste Fetzen dieses Blogeintrags in den Sinn. Ja, ich erinnere mich: Es muss schon Internet gegeben haben. Damals. Bei meinem bis dato letzten Lauftraining. Vor über 93 Tagen, vor rund 2237 Stunden.

Schmerzen nach dem Schneckenlauf? Ich würde (mich be-)lügen, wenn ich die Frage verneinen würde. Aber zumindest subjektiv nicht mehr so stark, wie dort, als sie mich in Freiburg beinahe zur Halbmarathon-Aufgabe gezwungen hätten. Damals. Vor über 80 Millionen Sekunden.

Ich öffne die Laufschuhe. Löse den Doppelknoten. Der gehörte heute natürlich dazu. Auch für 18 Minuten. Nicht zur Risikominderung, dass mir die Schuhe in dieser überschaubaren Zeit wirklich hätten aufgehen können. Nein. Als unmissverständliches Zeichen der Rückkehr zu «Business as usual».

Wenig später liege ich im Wohnzimmer auf dem Boden.

Und mache die Taube. Dehne so in bester Yogamanier die Muskeln im rechten Gesäss- und Oberschenkelbereich. «Der Richtige» wird schon dabei sein.

Danach geht es mir besser. Viel besser. Nicht nur muskulär. Nein – primär im Geist.

War was?

 

2 Kommentare zu Läuferische Seelenmassage mit Doppelknoten

  1. Oh, sehr cool!
    Möge es so weiter gehen! 🙂

  2. Danke! Werde brav sein und das Ganze wirklich langsam steigern. Und auf den Körper hören. Und – nein … nicht Triathlon ins Auge fassen (dafür bin ich bereits jetzt passionierter Indoor-Ruderer) …

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