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Emotionale Laufmomente für die Ewigkeit

Schluss. Aus. Vorbei. Und da ist sie wieder: die Leere. Zum zweiten Mal innert 14 Tagen. Immer donnerstags. Am 18. Februar der «Ändstraich» nach einer wunderprächtigen Basler Fasnacht 2016. Vergangenen Donnerstag der Einlauf von RUEDIRENNT in Chur.

Schluss. Aus. Vorbei. Die beiden Protagonisten – Ruedi Frehner (Bild oben: rechts) und Reto Hunziker (links) – haben an diesem Tag, kurz nach 16 Uhr, rund 390 Laufkilometer im Kasten. Zehn Tage zuvor in Bern gestartet – und mit «The Special Run for Special People» Geld gesammelt für Menschen, die im Leben nicht unbedingt auf der Sonnenseite stehen. Auf dem Bahnhofsplatz in Chur sind in diesem Moment die Augen nicht nur vom Schweiss feucht.

Wenig später geht es weiter zur Stadthalle, wo der erste Check aus dem diesjährigen Projekt an Special Olympics Switzerland, die weltgrösste Sportbewegung für geistig behinderte Menschen, übergeben wird. Sämtliche Medaillen der an diesem Tag beginnenden «National Winter Games» sind auf einen Schlag finanziert. Hühnerhaut, als die Athletinnen und Athleten euphorisch applaudieren. Oder sie Ruedi und Reto immer wieder um den Hals fallen. Die Schweisstropfen sind längst abgewischt, die Augen aber noch immer feucht.

Ich darf Teil der Geschichte sein: versuchte in den vergangenen Tagen, die vielen Emotionen von unterwegs via Homepage und Social-Media-Kanäle von RUEDIRENNT zu transportieren, Leute zum Mitlaufen zu bewegen – und laufe natürlich auch selbst mit. Auf drei Etappen kommen knapp 86 Kilometer zusammen. Doch der reine Trainingseffekt rückt für einmal in den Hintergrund.

Natürlich ist es beruhigend zu wissen, dass ich auf der Schlussetappe von Vaduz nach Chur erst nach 36,5 Kilometern die Segel streichen muss – und das erst noch selbstverschuldet, da mein Magen auf Grund der übermässigen Zufuhr von Megapower-Superheavy-Kraftgel, isotonischem Getränk und profanem Coca-Cola verständlicherweise heftig rebelliert. Aber es ist zu diesem Zeitpunkt auch egal: Denn unterwegs ergeben sich an allen Tagen viele angeregte und spannende Gespräche, werden neue Kontakte geknüpft, entstehen Freundschaften.

Auf der Schlussetappe lerne ich in Vaduz Jasmin Nunige und ihren Mann und Trainer Guy kennen. Endlich, denken wir alle. Obwohl auch sie seit vergangenem November zum RUEDIRENNT-Team gehört, haben wir uns bis vergangenen Donnerstag ausschliesslich virtuell ausgetauscht. Die Spitzenläuferin – unter anderem sechsfache Siegerin des «Swiss Alpine Marathon» – erhielt 2011 die Diagnose Multiple Sklerose. Nach dem ersten Schock lernte sie, damit umzugehen. Und gab in einem Interview zu Protokoll: «Ein erfüllter Tag darf nicht nur über gelaufene Kilometer definiert werden, sondern an der Freude an der Bewegung.»

Ein Satz, der sitzt. Und motiviert. Allmählich weicht meine Leere. RUEDIRENNT ist in Sachen Grossprojekt für 2016 zwar vorerst Geschichte, doch die Reise geht weiter. In den Köpfen aller Beteiligten werden zaghaft erste Ideen geboren. Ideen, die Emotionen wecken sollen. Auch bei all denen, die im Leben nicht unbedingt auf der Sonnenseite stehen.

Ich darf Teil der Geschichte sein: Emotionen für die Ewigkeit. Danke!

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Fototermin vor dem Projektstart: Ruedi Frehner (links) und Reto Hunziker machen sich am 23. Februar vor dem Bundeshaus in Bern auf zur 390 Kilometer langen Reise nach Chur.

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Beste Laune vor dem Etappenstart in Zug: Reto und Ruedi mit Jasmin Nunige.

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Achtung, fertig, los: Die Schlussetappe von Vaduz nach Chur war voller Emotionen.

 


Quelle Vorschaubild Artikel:
Paul P. Haller/swissphotoworld.ch

1 Trackback / Pingback

  1. Im Schritttempo zur Breisgauer Rekordjagd – strohmRUN

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