Newsticker

Bewegender Spendenlauf zwischen Bär und Steinbock

Ein Blick in die Zukunft – mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von einhundert Prozent: Es wird ein Meer aus leuchtenden Augen und strahlenden Gesichtern sein, das sich am 3. März auf dem Arcasplatz in Chur präsentiert. In der ältesten Stadt der Schweiz werden dann nämlich die «National Winter Games» von «Special Olympics» eröffnet. Bereits zum dritten Mal unterstützt die WIR Bank die weltgrösste Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung – als Sponsor, aber auch in Form von tatkräftiger Hilfe an den Wettkämpfen selbst.

Von Daniel Flury*

Auch für den Anlass vom 3. bis 6. März fand wiederum ein regelrechter «Kampf» um die rund zwei Dutzend Plätze für die WIR Bank statt. «Unser Kontingent war innert kürzester Zeit ausgeschöpft», bestätigt die bankinterne Koordinatorin Patrizia Herde. Doch nebst diesem Helfer- und Betreuerteam steht in diesem Jahr noch ein weiterer Mitarbeiter der WIR Bank für die «Special Olympics» im Einsatz: Der Mediensprecher (und Autor dieses Blogs) Volker «Vloggy» Strohm engagiert sich für das soziale Projekt RUEDIRENNT – hinter den Kulissen, aber auch schwitzenderweise in Laufschuhen. So auch am 3. März, wenn er mitten in die Zeremonie auf dem Arcasplatz platzen wird.

Doch der Reihe nach. 2013 kreuzen sich erstmals die Wege von Strohm und Ruedi Frehner, dem Initiator von RUEDIRENNT. Der 52-Jährige Bündner hat zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Laufprojekte hinter sich, mit denen er für die Aktion «Jeder Rappen zählt» 2011 und 2012 auf 211 respektive 333 Laufkilometern über 92’000 Franken sammelte. Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden: Frehner unterstützt Strohm in der persönlichen Trainingsplanung, als «Gegenleistung» gibt es Unterstützung in der Projekt-Kommunikation. Natürlich unentgeltlich. «Die Idee, sich für sozial benachteiligte Menschen einzusetzen und dabei möglichst viele Menschen zu bewegen, hat mich sofort begeistert», blickt der WIR-Banker auf die erste Begegnung mit Frehner im Rahmen von Toscana-Laufferien zurück.

ruedi_vloggy_toscana

Kein gemeinsamer Laufhalt zu kurz für eine Selfie: Ruedi Frehner (rechts) und Vloggy Strohm überstrahlen sogar das Gegenlicht … (Foto: RUEDIRENNT)

Zu diesem Zeitpunkt ist bereits Reto Hunziker an Bord, der seinerseits 2012 das Rheinufer abspulte – von der Rheinquelle bis Rotterdam. Auch der 46-jährige Walliseller sammelte auf satten 1425 Kilometern Geld: Nach seinem «Run for Kids» freute sich damals die Krebsliga Zürich über stolze 55’555 Franken.

2014 folgt das erste eigenständige Projekt von RUEDIRENNT: Unter dem Motto «Gemeinsam Grenzen verschieben» wird – mit Start und Ziel in Zürich – die Schweizer Grenze im Massstab 1:5 umrundet. Die daraus resultierenden (teils alles andere als flachen) 379,8 Kilometer entsprechen neun Marathons in neun Tagen. Das Spendenergebnis: 70’472 Franken. Bei RUEDIRENNT könne der Einsatz jedes Spendenrappens genau nachverfolgt werden: «Das Geld wird zu 100 Prozent zweckgebunden für die im Vorfeld definierten Projekte eingesetzt», erläutert Strohm den Mechanismus. Damals waren dies Therapiestunden mit Hunden im Kinderheim Therapeion in Zizers (ein Heim für schwerbehinderte Kinder), die Mitfinanzierung eines Sommerlagers für krebskranke Kinder aus Graubünden und Zürich – sowie die Unterstützung von «Ärzte ohne Grenzen» in einem Flüchtlingslager in Syrien.

Und nun rüstet sich RUEDIRENNT für das nächste Grossprojekt: «The Special Run for Special People» verbindet die Standorte der «Special Olympics»-Sommerspiele 2014 in Bern mit den «Winter Games» in Chur. Die Laufstrecke ist so angelegt, dass jene Einrichtungen einbezogen werden, in denen Athletinnen und Athleten zuhause sind. «Wir besuchen aber nicht nur die Institutionen, sondern wollen jeweils die letzten Kilometer gemeinsam mit den geistig behinderten Menschen absolvieren», sagt Strohm. «Die Vorfreude auf das sportliche Grossereignis soll bewusst geweckt werden.»

Mitlaufen sei ohnehin ausdrücklich erwünscht, erklärt Strohm den Grundgedanken. Ob dies die ganze Distanz einer Etappe, fünf oder zehn Kilometer oder einfach wenige Meter seien, spiele dabei überhaupt keine Rolle. «Alle können und sollen Teil der Geschichte von RUEDIRENNT werden.» Auf der Homepage www.ruedirennt.ch ist nicht nur die genaue Route ersichtlich, sondern wird zudem auch in einer Marschtabelle aufgeführt, wann die Protagonisten wo anzutreffen sind. Das Lauftempo beschreibt Strohm als «sehr moderat» –auch Hilfsmittel wie das Velo seien ausdrücklich erlaubt.

reto_ruedi_mit_banner

Laufend Gutes tun: Reto Hunziker und Ruedi Frehner posieren mit dem Banner für das RUEDIRENNT-Projekt 2016. (Foto: Flurin Bergamin)

Frehner und Hunziker absolvieren natürlich die gesamte Strecke rennend: Rund 380 Kilometer in zehn Tagen. Schon ein bisschen verrückt? «Nicht nur ein bisschen», lacht Strohm, «aber im positiven Sinn.» Die beiden seien nicht von der Distanz getrieben, sondern wollen mit den Projekten immer eine Geschichte erzählen – in diesem Jahr vom Berner Bär zum Bündner Steinbock. Die Zahlen geben RUEDIRENNT recht: Wer mit den bisherigen Spendenergebnissen Rechenspiele betreibt, kommt auf einen Sammelerfolg von 182 Franken pro Kilometer. «Das macht stolz, zeigt aber auch, was machbar ist», erklärte Frehner bei der offiziellen Projektvorstellung im vergangenen November. Damals wurde zudem die aktive Zusammenarbeit mit der sechsfachen «Swiss Alpine Marathon»-Siegerin Jasmin Nunige verkündet.

Drei Verwendungszwecke für den am 23. Februar startenden «Special Run for Special People» sind bereits definiert: Für rund 10’000 Franken wird der komplette Medaillensatz der «National Winter Games» finanziert, mindestens 5000 Franken gehen an das Sommerlager 2016 des Vereins Quack (Quartner Adipositas Camp für Kinder) – und mit zirka 3000 Franken wird der Basler Verein «Blind Jogging» (ein gemeinnütziger Förderverein blinder und sehbehinderter Läuferinnen und Läufer) bei der Reise und Teilnahme am Kerzerslauf unterstützt. «Kommt mehr Geld zusammen, werden natürlich weitere Projekte definiert», erklärt Strohm – und betont noch einmal: «100 Prozent der gespendeten Gelder werden zweckgebunden eingesetzt.» 

Aktuell meistern Frehner und Hunziker den organisatorischen Endspurt für den Startschuss in Bern und spulen im Training Kilometer für Kilometer ab – motiviert durch die Aussicht auf eine tolle Reise mit tollen Begegnungen. Der WIR Bank-Mediensprecher, selbst (Zitat) «begeisterter Marathonläufer der gemütlichen Sorte», wird immer wieder auf Teilabschnitten anzutreffen sein. Zudem hat er die Schlussetappe bereits fett in seiner Agenda angestrichen: «Diese 42 Kilometer zwischen Vaduz und Chur sollen zu einem regelrechten Highlight werden», schwärmt Strohm – und freut sich bereits auf das Meer aus leuchtenden Augen und strahlenden Gesichtern auf dem Arcasplatz.

* Dieser Artikel ist in der Januar-Ausgabe des «WIRPLUS», dem Kundenmagazin der WIR Bank Genossenschaft in Basel, erschienen.

Spendenkonto
IBAN CH85 0020 8208 1099 4742 A
Ruedi Frehner, Chur (Rubrik «RUEDIRENNT 2016»)
oder direkte Übergabe während des Laufs

Ein Kommentar zu Bewegender Spendenlauf zwischen Bär und Steinbock

  1. Cooler Artikel, toll geschrieben. Das machst du gut. Lieber Gruss RUEDIRENNT

1 Trackback / Pingback

  1. Fasnachts-Blues und Weichenstellung – strohmRUN

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: