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München-Marathon: Mit Ente zum Neunten

Die bajuwarische Metropole feierte Jubiläum: 30. München-Marathon – der Start neu mitten im Olympiagelände auf dem Coubertin-Platz, das Ziel traditionell mitten im Olympiastadion. Eine ehrenvolle Runde auf der Bahn (die heute leider geteert ist …) inklusive.

Mit dreistufiger Zielsetzung ging es heute um 10.10 Uhr an den Start. Teil 1: Einen möglichst schmerzfreien Lauf geniessen – erfüllt. Teil 2: Die ehrenvolle Runde auf der Bahn erreichen – erfüllt. Teil 3: Auf die Uhr schauen. Erfüllt? Natürlich schwirrte die bisherige Marathon-Bestzeit, Köln im Herbst 2013, mit 4:23.48 Stunden im Hinterkopf herum. Nach den diversen muskulären Problemen und Rückschlägen der vergangenen Monate aber nicht wirklich realistisch.

Muenchen_Marathon_Finish2

Ein eingespieltes Team: Der Läufer und seine erstklassigen Betreuerinnen – Annette «Dubi» Spiekermann (vorne), die Angeehelichte Isa Wyss und die Ente.

Irgendwann in der Münchner Innenstadt, so kurz vor Kilometer 30 war aber klar: Das Olympiastadion werde ich betreten – und das mit der Zeit kommt auch gar nicht so schlecht. Dabei sah es noch ein paar Kilometer zuvor überhaupt nicht danach aus: «Ich beisse», erklärte ich zähneknirschend meinem dreiköpfigen (zwei Frauen, eine Ente) Betreuerteam bei Kilometer 24 – natürlich auf der Schlaufe des München-Marathons (Bogenhausen bis Haidhausen), die ich auch bei meiner vierten Teilnahme nicht ins Herz schliessen konnte. Kilometern, denen man Schritt für Schritt ein dezidiertes «Schleich Di!» zurufen möchte.

Ein paar Hausecken später, bei der langen Traverse beim Ostbahnhof sank die Motivation dann vollends in den Keller – bis es endlich Richtung Isar und Innenstadt ging. Stimmungswandel: Das bekommen wir hin. Der Piriformis rechts war zwar auf den 42,195 Kilometern ständiger Begleiter, klemmte sich aber nie fest. Der Oberschenkel auf der linken Seite, der in den vergangenen Wochen mir das (Trainings-)Leben mitunter schwer gemacht hatte, ging gar völlig in die Defensive. Und dann war da ja noch das Krafttraining: Seit April zwei Mal die Woche eine Stunde unter professioneller Anleitung – «ja mai», das schlägt sich im Laufstil nieder.

Bei der Schlaufe um die Technische Universität sehe ich die gelbe Ente gleich zwei Mal schon von Weitem. Mit Cola fülle ich den Zuckerspeicher – und lasse das dreiköpfige Betreuerteam wissen: «Rekord wird es nicht, Zeit ist mir eigentlich auch egal, aber das Ziel werde ich erreichen.» Ein stolzes Lächeln huscht über die Gesichter aller Beteiligten – und auch die Ente scheint ein zufriedenes «Quack» von sich zu geben.

Der Rest ist Geniessen: Die Anfeuerungsrufe der doch eher spärlich besetzten Zuschauerreihen am Strassenrand quittiere ich mit einem «Daumen hoch». Zu diesem Zeitpunkt ist längst klar: Es gibt persönliche München-Bestzeit und die zweitbeste je gelaufene Zeit über die Marathondistanz.

4:38.02 Stunden stehen wenig später in der offiziellen Rangliste. Und während ich auf dem Kunstrasen des Olympiastadions das (alkoholfreie) Weissbier durch den Gaumen rinnen lasse, ist mir klar: Wird das Training künftig nicht mehr längerzeitig von unliebsamen Begleiterscheinungen unterbrochen, liegt da noch deutlich mehr drin.

Für heute aber ist der neunte Marathon ist unter Dach und Fach. Ich wische mir den Bierschaum vom Mund, blicke ins weite Rund und konstatiere: «Ente gut – alles gut!»

8 Kommentare zu München-Marathon: Mit Ente zum Neunten

  1. Elke's Runningblog // 14. Oktober 2015 um 8:18 am // Antwort

    Hoi Vloggy,
    ich gratuliere zum Finish! In Anbetracht Deiner Vorgeschichte hat es doch prima geklappt und lässt Dir zudem „Luft nach oben“ 😉 Also auf ein Neues!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Sali Elke

      Auch Dir natürlich herzliche Gratulation zur persönlichen Bestzeit! Rechne ich die Zeitdifferenz auf den unterschiedlichen Blockstart um, müssten wir mehr oder weniger gleichzeitig im Stadion eingelaufen sein – «an Tagen wie diesen» trällerte ich jedenfalls auch mit Weissbier in der Hand mit …

      Liebe Gruess – und wie Du richtig bemerkst: Auf ein Nächstes!

      Vloggy

      • Ah, interessant. Als das Lied intoniert wurde. hing ich gerade nach Atem lechzend am Gitter vor der Medaillenverteilung. Aha, DU warst das mit dem Weißen in der Hand… 😉

  2. Hi Vloggy

    Gratuliere dir dazu, dass du all deine Wehwehchen und den langen „Spaziergang“ bezwungen hast. Toll! Wir waren viel bescheidener unterwegs: http://www.lauftreffbeiderbasel.ch/aktuelles/index.php.

    Liebe Grüsse
    Gabor

  3. Heee Vloggy gratulation zum guten Ergebnis!!

  4. Hallo! Na das ist doch mal was, worauf man stolz sein kann! Ich trainire momentan auch für meinen ersten Marathon. Vorerst aber erstmal, um ihn überhaupt zu schaffen und nicht unbedingt um einen guten Platz zu ergattern^^…momentan bin ich noch im urlaub, daher laufe ich hier bei dem natz schabs wetter berge rauf und runter^^…ein gutes Intervalltraining sag ich dir! :D…LG und weiter so! Nora

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