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Zehn Hände für ein «Luja, sog i»

Wenn da mal Terence Hill und Bud Spencer nicht neidisch werden: 1971 brachten sie es in ihrer bekannten Italo-Western-Parodie auf «Vier Fäuste für ein Halleluja» – bei mir sind es dieser Tage mehr als doppelt so viele Hände, die den München-Marathon in rund drei Wochen möglich machen sollen.

«Um was gaht’s», würde ein leider auch international bekannter Schweizer Verleger, Journalist, Politiker und Teilzeit-Talkshowgast in Personalunion (Markenzeichen: einst links, dann rechts) in einem solchen Moment schlaumeierisch überköppeln, sprich: überleiten. Osteopathin, Personal Trainer, Physiotheraupeut, Dry Needler und Masseur versuchen mein linkes Bein ins Lot zu bringen. Das Piriformis-Syndrom rechts hat ganz offenbar das Chassis beim Training verzogen – es klemmt auf der gegenüberliegenden Seite seit mehreren Wochen zwischen Hüfte und Oberschenkel. Mal mehr, mal weniger. Mal da, mal dort.

«Auf der Suche nach Zielen – zwei Schritte vor, einer zurück», hiess es genau vor einer Woche nach dem Ostsee-Training; vergangenen Sonntag dann beim Longjog in heimischen Gefilden gleich zwei Schritte zurück. Nach 24 von 28 geplanten Kilometern ist vorzeitig Schluss. Seither ruht das Lauftraining und packen die erwähnten zehn Hände teils kräftig zu.

Die Zeit drängt. Wiederholt sich nach 30 Jahren (im Gegensatz zu Pirmin Zurbriggen halt ein wenig höher und vor allem sehr viel weniger beachtet) die Geschichte vom «Knie der Nation»? In einer Woche fällt der Entscheid, ob die vierte Teilnahme in München nach 2006, 2009 und 2014 realistisch bleibt: Auf der halben Strecke des «IWB Basel Marathon», der notabene direkt vor der Haus- und Bürotüre vorbeiführt, ist Standortbestimmung angesagt.

Konditionell ist alles im Lot, die Kilometer sind gefressen, die Form stimmt. Aber die Muskeln spielen verrückt. Der Körper gibt die Agenda vor, ich werde auf ihn hören: «Es wäre nicht mein erster Marathon – und es wird nicht mein letzter sein», töne ich nach der vergangenen, wie gewohnt höllisch-schmerzenden Langnadelbehandlung abgeklärt, mit einem Hauch von zugegeben pathetisch-kitschiger Note.

Ertönt der Startschuss am 11. Oktober im Olympiapark aber auch für mich, ist dem unmittelbar mich umgebenden Läuferfeld mein Kommentar gewiss: «Luja, sog i!»

 


Quelle Vorschaubild Artikel:
Graffiti-Ausschnitt am Elisabethmarkt München/Foto: Oliver Raupach/Wikimedia/CC

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