Newsticker

München-Marathon: Abschied vom Ostsees(tr)and

Der Countdown läuft: In genau 30 Tagen fällt im Olympiapark der Startschuss zum 30. München-Marathon. Deshalb heisst es eine Woche vor dem Auftakt zum 182. Oktoberfest auch an dieser Stelle: «O’zapft is!» Es sprudeln schaumfreie Erlebnisse, Eindrücke und Gedanken zu besonderen 42,195 Kilometern in meiner Läuferkarriere. Nicht der berühmte «erste» Marathon als Resultat der Midlife-Crisis, aber einer unter durchaus besonderen Vorzeichen.

Es knirscht heute ein letztes Mal unter den Laufschuhsohlen. Intervalltraining, 800-Meter-Abschnitte in 4:30 Minuten (einer Pace von 5:37 Minuten pro Kilometer entsprechend), dazwischen traben. Sieben Wiederholungen, es läuft läuferisch rund. Der Piriformismuskel rechts verhält sich auffallend ruhig, dafür klemmt es links umso mehr. Wahrscheinlich der Hüftbeuger, der in den Oberschenkel ausstrahlt, wie ich schon vor ein paar Tagen mutmasste. Intensives Stretching hat zuletzt zumindest etwas Besserung gebracht.

prerow_strandkorb_sand

Abschied von der Ostsee: Das Training wird mit fast 75 Kilometern durch das Naturschutzgebiet rund um Prerow angereichert.

Auf den zwei Auslaufkilometern beginnt es zu tröpfeln – zum ersten Mal in dieser Woche. Davor viel Sonnenschein. Und viele Kraniche beim Zwischenhalt auf ihrem Weg in den Süden. Die Ferien im Ostseebad Prerow gehen zu Ende; knapp 75 Kilometer habe ich in neun Tagen abgespult. Training nach Traininsplan ist seit vergangenem Spätsommer keine Selbstverständlichkeit: zuerst ein entzündetes Aterom, dann das aufbrechende Piriformis-Syndrom, der Zehenbruch – immer wieder Trainingspausen.

Nach dem München-Marathon 2014 gab es noch den Basler Stadtlauf in Rekordzeit. Und dann nichts. Warten. Geduld. Rückschläge. Vorsichtige Versuche. Und Rückschläge. Ein Zermatt-Marathon, der von Anfang an als Kurztest in Wettkampfatmosphäre gedacht war. Als Versuch. Gefolgt von neuerlichen Rückschlägen. Keine Rennen. Auf der Suche nach Zielen – zwei Schritte vor, einer zurück.

Die Vorpommersche Boddenlandschaft entschädigt nun für so manch zähes Training der vergangenen Wochen und Monate. Sie entschädigt für Kilometer, auf denen klemmende Muskeln geschmeidig(er) gelaufen worden sind. Für Minuten, in denen der Gedanken nach dem «Warum eigentlich?» bisweilen dominierend wurde.

Es knirscht ein letztes Mal unter den Laufschuhsohlen. Abschied vom Ostseesand. Training nach Trainingsplan – keine Selbstverständlichkeit.

Wie die Muskeln sich am 11. Oktober im Englischen Garten, beim Ostbahnhof oder auf dem Marienplatz verhalten werden? Keine Ahnung. Die läuferische Form? Sie stimmt. Noch 30 Tage bis München: «O’zapft is!»

prerow_strom_darss

Training mit hohem Spassfaktor: Das Naturschutzgebiet Vorpommersche Boddenlandschaft bietet immer wieder atemberaubende Aus- und Einblicke.

Ein Kommentar zu München-Marathon: Abschied vom Ostsees(tr)and

  1. Wie schön! Da schlägt das Läuferherz höher. ❤ Jetzt wirst Du München rocken!

1 Trackback / Pingback

  1. Zehn Hände für ein «Luja, sog i» | strohmRUN

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: