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Lebenszeichen aus dem Wechselbad der Gefühle

Es darf nicht immer die Technik verdächtigt werden. Kein Server lag lahm, kein Knoten in irgendeiner Internet-Verbindung. Nein. Einfach Funkstille. Kein Mitteilungsbedarf. Normales Training. Gesundheitliche Fortschritte. Mehr Kraft, mehr Ausdauer. Punkt.

Jetzt aber ist Zeit für ein Lebenszeichen. Nach einer Woche, die punkto Gefühlsschwankungen kaum volatiler sein könnte.

Es beginnt mit einem Longjog. Vergangenen Sonntag, 26 Kilometer. Zunächst durch das Gundeldinger Quartier, eineinhalb Runden durch den Kannenfeldpark, weiter ins Elsass, in die Petite Camargue Alsacienne und – um den Tri-Regio-Gedanken zu komplettieren – über die Palmrainbrücke zurück nach Weil. Regen vom ersten bis zum letzten Kilometer. Aber mit grossem Spassfaktor. Der Ausdaueraufbau – vulgo: das Kilometerfressen – in Richtung Herbst-Marathon stimmt.

petite_camargue

Ein wunderschöner Flecken Natur: das Naturschutzgebiet der Petite Camargue Alsacienne – hier an einem sonnigen Tag aufgenommen.

Am Montag sitzen wir zu neunt in einem Garten im Neubadquartier. Sehr gute Laufferienfreundinnen, sehr gute Laufferienfreunde. Von ganz nah (Basel), nah (Oberbaselbiet) und fern (Berner Seeland) angereist. Planung 2016, das Südtirol soll’s sein. Ein, zwei Spaghetti-Teller später steht der Entschluss. Vorfreude – erst recht beim Betrachten der Hallenbad-, Sauna- und Essbuffet-Bilder. Mittlerweile sind alle Zimmer und Suiten gebucht. Vorfreude! Immer und immer wieder.

Auf dem Heimweg (der Kuchengenuss nach den ein, zwei Spaghetti-Tellern sei in Chronistenpflicht und in Klammern nachgetragen) zieht es – wie schon tagsüber – im rechten Bein. Der Piriformis-Schmerz scheint nach unten zu wandern. Kein schlechtes Zeichen. Medizinische Diagnose: Tut sich was, so tut sich was. Was tagsdarauf, es ist Dienstag, mit gezielten Nadelstichen in Baden behandelt wird.

Ein paar «Dry Needles» stecken im rechten Fuss, wo Nachwirkungen des Zehenbruchs mitunter «krüselige» Gefühle auslösen. Doch das Gros der stechenden Spezies wird in die Aussenseite des rechten Oberschenkels gerammt. Also dorthin, wo ich alleine auf Grund eines sanften Daumendrucks an diesem Abend schon die Wände hochgehen und wild um mich herumschlagen könnte. Natürlich Konjunktiv. Ein routinierter Läufer hat sich schliesslich unter Kontrolle. Und, ganz eigennützig: Der Tiefenmuskel-Nadelstecher wird noch für weitere Therapiestunden benötigt.

Es schmerzt. Auch am Mittwoch. Eine Art Massivstmuskelkater im Oberschenkel. Rechts. Und – was mich zu diesem Zeitpunkt weitaus mehr beschäftigt – wohl auf Grund von Ausweichbewegungen auch ansatzweise links. Das Lauftraining, 12 Kilometer ruhiger Dauerlauf, wird auf Donnerstag geschoben – an Stelle des zweiten Personal-Krafttrainings dieser Woche. Ein Aufsteller zur rechten Zeit: Das Dutzend Laufkilometer gelingt von Minute zu Minute runder; bei der Endbeschleunigung sind die Schmerzen sogar fast weg. Ausgiebiges Dehnen sowie der Einsatz der Blackroll helfen zusätzlich.

Ein versöhnlicher Wochenausklang? Mitnichten. Das freitägliche Intervalltraining gerät zum Fiasko: Zeitlich halte ich mich zwar an alle Vorgaben, aber ansonsten habe ich das Gefühl, konstant neben mir herzulaufen. Die Beine sind schwer, der linke Oberschenkel und der rechte Gesässmuskel schmerzen. Stereo, quasi. Nein, eher Dolby Surround. «Konstantes Training wie schon lange nicht mehr», übermittle ich gewohnt schweisstriefend anschliessend per SMS meiner Frau – «und zwar Scheisse von A bis Z.» Ja, es ist Zeit für klare Worte. Und es sind jene Momente, in denen plötzlich Gedanken wie «Weshalb höre ich nicht einfach mit dem Lauftraining auf und lege sämtliche Pläne ad acta?» durch den Kopf schiessen. In der Wut schwingt Ratlosigkeit mit.

Muskelkater? Zerrung? Oder klemmt sogar irgendein Nerv? Je länger ich gehe, desto schmerzloser. Stehen ist gar kein Problem. Aber die Schläge beim Rennen, das Anlaufen und erst recht das Aufstehen nach dem Sitzen oder Liegen sind seit gestern Abend ein Kraftakt sondergleichen. Und morgen stehen eigentlich 28 Kilometer auf dem Programm. Doch mit Stehen und Liegenbleiben komme ich bekanntlich nicht weit.

Jetzt mache ich mich an die Planung der Wegstrecke. Wahrscheinlich wieder was im Dreiländereck: Kleinbasler Rheinufer, Lange Erlen, Weil am Rhein, Elsass. Zumindest in der Theorie. Hinter der Praxis gibt es leider viele Fragezeichen – und eine Portion Ratlosigkeit …

badewanne

Wanne leer: Das in den vergangenen Tagen erlebte Wechselbad der Gefühle macht etwas ratlos. (Foto: Frank Lindecke/Flickr/CC)

1 Trackback / Pingback

  1. BVB, Dede und allerlei Weh-Weh | strohmRUN

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