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Keine Waldbrandgefahr wegen Apple Watch

49,6 Milliarden Dollar Umsatz, 10,7 Milliarden Gewinn. In drei Monaten, wohlgemerkt. Die jüngsten Quartalszahlen von Apple vermochten die Finanzgemeinde dennoch nicht zu überzeugen. Das sind die mitunter skurrilen Mechanismen der Börse – die Aktie taucht.

Als Nichtaktionär und Nichtmehrfinanzjournalist suchte ich in der gestrigen Pressemitteilung aber nach einem anderen Detail: der Apple Watch. «A great start», liess sich Firmenchef Tim Cook zitieren – mehr Infos als diesen «grossartigen Start» liess er sich aber nicht entlocken. Die Stückzahlen werden bei den Geräteverkäufen unter «Anderes» subsummiert. Immerhin deutete Finanzchef Luca Maestri in einem Interview an, dass in den ersten neun Wochen mehr Uhren verkauft worden seien, als beim iPhone- oder iPad-Start im gleichen Zeitraum – das deutet auf mindestens drei Millionen Geräte hin.

Ich bin nicht dabei. Mein sonst bei technischem Spielzeug und insbesondere bei Apple-Produkten einsetzender Habenwill-Reflex ist ausgeblieben. Ja, er hat nicht einmal gezuckt. Auch nicht vergangene Woche, als ich im Basler Apple Store eine iPad-Tastatur kaufte – und mich die in Sichtweite ausgestellten Apple Watches nicht einmal in Griffnähe locken konnten.

«Genial», bezeichnete ein Freund das Teil, der es längst beim Lauftraining einsetzt, «jetzt muss ich beim Hören von Podcasts oder Musik das iPhone nicht mehr hervornehmen.» Schön, dachte ich mir – aber mein iPhone ist in den meisten Fällen ohnehin gar nicht dabei. Podcasts? Ich will nicht, dass mir jemand ins Laufen quatscht. Und mit Musik geht irgendwie auch nicht mehr.

Die Herzfrequenz-Messung sei ziemlich zuverlässig, heisst es in verschiedenen Testberichten. Und, einmal kalibriert, funktioniere auch die GPS-Messung ohne mitgeführtes iPhone für Fitness-Bewusste ziemlich exakt. Auch schön (wenngleich mich dieser Punkt auf Grund einer Bürowette bereits ein Mittagessen «kostete» – ich behauptete, die Uhr könne ohne Telefon nix). Aber das Teil ist mit technischen Abstrichen praktisch gleich teuer wie mein einhundertprozentig aufs Sporttreiben ausgerichteter Garmin-Armgelenks-Computer mit allen erdenklichen Daten. Weshalb also wechseln?

Mein inneres Apple-Feuer lodert nicht. Zumindest bei der Watch hat der Funke nicht einmal gezündet. Für das Outdoor-Training vielleicht gar nicht so ungünstig – denn angesichts der andauernden Trockenheit herrscht in der Region latente Waldbrandgefahr.

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Apple Watch Sport in der Farbe der Hoffnung: Das Gadget aus Cupertino hat bis dato keine Kaufgelüste provoziert. (Foto: William Hook/Flickr/CC)

2 Kommentare zu Keine Waldbrandgefahr wegen Apple Watch

  1. Was wäre, wenn sie mit deiner Waage kommunizieren könnte? 😜 Ansonsten geht es mir ähnlich wie dir.

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