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Stufen-Premiere nach Streller-Derniere

Ein Hochhaus ohne Lift? Grundsätzlich denkbar. Oder eben doch nicht. Wie jene Medienposse im Sommer 2013 vor Augen führte: Im spanischen Benidorm soll damals beim Bau eines 190 Meter hohen Wohngebäudes mit 47 Stockwerken der Aufzug falsch eingeplant worden sei. Genüsslich portierten einige Blätter daraufhin, dass er vergessen ging. Wie auch immer: Das Projekt sah sich laut Recherchen der «Welt» in der Tat mit erheblichen Problemen konfrontiert.

Auch in Chur stehen seit Oktober 2012 zwei Hochhäuser – deren Name: City West. Bereits zum dritten Mal findet dort am Samstag ein Tower Race statt. Wikipedia kennt Synonyme: Stiegenlauf, Stair Climbing, Skyscraper Race, Vertical Running. Und vertikal heisst hier im Detail: 23 Stockwerke, 460 Tritte, 79 Höhenmeter. «Rechtsgedreht», wie mir mein Coach Ruedi Frehner alias RUEDIRENNT am Telefon bestätigt. Vorbereitung ist alles.

Schon 2008 untersuchten italienische Physiologen an einem Wettkampf im Mailänder Pirelli Tower die Leistungen der Treppenläufer. Nebst Resultaten zum Stoffwechsel gab es auch taktische Erkenntnisse: «Die beste Strategie ist natürlich, so viel wie möglich vorher zu trainieren», erklärte Alberto Minetti. Ui! Mein Treppen-Trainingsstand: null. Weder links-, noch rechtsgedreht. Und trotzdem sehe ich meine Chance: «Beim Wettkampf haben wir deutlich gesehen, dass die Teilnehmer weit vorne lagen, die ihre Geschwindigkeit konstant halten konnten.» Die Geschwindigkeit selbst scheint – auf Basis dieses geschickt aus dem Kontext gerissenen Zitats – also zweitrangig zu sein.

Die Churer Konkurrenz muss sich angesichts meines wissenschaftlich gesicherten Wissensvorsprungs folglich warm anziehen. Kommt motivierend hinzu, dass mich das Thema Tower Race schon seit Längerem fasziniert. Vor allem dann, wenn die mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrleute die Treppen hochrennen. Grösste Bewunderung – ich zehe mein Laufkäppi.

Das vertikale Rennen gab es notabene auch mal im Basler Messeturm – die 542-stufige Veranstaltung überlebte, trotz Wiederbelebungsversuchen und Live-Übertragung im lokalen TV-Sender, finanziell nicht. Teilgenommen habe ich hier vor der Haustüre nie. Wird es nach der Derniere von FCB-Legende Marco Streller am Freitagabend im Basler Joggeli nicht allzu spät und überstehe ich das vorgängig zum Stadionbesuch stattfindende Piriformis-Langnadel-Dry-Needling in Baden (Hintergrundbericht folgt) wiederum ohne unangenehme Nachwirkungen, so kommt es am Samstag in der ältesten Stadt der Schweiz also zur persönlichen Premiere. Und das erst noch für einen guten Zweck.

Mit anderen Worten: In der Kategorie Tower Race bin ich – Stand heute – noch ungeschlagen. Wenn das mal keine Ansage ist. Und Lifte gibt es im City West übrigens auch …

 


Quelle Vorschaubild Artikel:
Clubbing 23

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