Newsticker

Tempo Teufel durchs #mirschaffendas-Wochenende

Der Herzens- und Heimatverein ist Fussballmeister. Ein zweiter Herzensverein wehrt sich vehement gegen den Abstieg. Und ein dialektisch holpriger Leitspruch lässt meine Laufschuhsohlen qualmen. Eine 24-stündige Reise durch die Gegensätze.

Was für ein Grottenkick: 0:0 gegen den Tabellenzweiten, die Young Boys aus Bern. Das reicht für den FC Basel am heutigen Sonntag-Nachmittag mit 11 Punkten Vorsprung drei Runden vor Schluss zum Titel. Dem sechsten in Folge. Warmer Applaus, mehr geht da irgendwie nicht. Freude: ja, Euphorie: nein. Ein Titel mit Ansage. «Gurkenliga», schiesst es mir durch den Kopf. Nicht primär eine Saison der Stärke, sondern – seien wir ehrlich – eine, in der es die restlichen Teams der Schweizer Super League (ein Schelm, wer Böses denkt …) nicht auf die Reihe kriegen. Jahr für Jahr für Jahr.

24 Stunden zuvor: Emotionen pur! Der VfB Stuttgart zelebriert den Abstiegskampf förmlich – so sehr, dass man an diesem zweitletzten Bundesliga-Spieltag sogar einen Moment fast glücklich darüber ist, dass das Team nicht irgendwo belanglos im Mittelfeld herumdümpelt. Vor dem Spiel ein Countdown, der sich gewaschen hat – der Stadionsprecher heizt die Masse an. Und dann die 90 Minuten: Kraft, Leidenschaft und Überzeugung. Begeisterung mit rotem Brustring, die ansteckt. 60’000 um mich und meine Frau herum. Die Stimmbänder leiden. Gänsehaut.

#mirschaffendasheisst der Schwaben-Slogan in den sozialen Medien. Dialektisch falsch, wurde gleich zu Beginn kritisiert (hätte auch eher auf #mirschaffeddes getippt) – doch der Leitspruch trägt. Ein ganzes Stadion.

mirschaffendas_vfb_stuttgart_voll

Pflotschnass: Wie der VfB Stuttgart am Tag zuvor, stehen beim sonntäglichen Trainingslauf Kraft, Leidenschaft und Überzeugung im Vordergrund – mit überraschendem Ende.

Und ich trage ihn, neudeutsch: den Hashtag, durch Basel. Einen Tag danach. Lauftraining ausnahmsweise im Fussballtrikot. Weil der 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV (und vor allem die Art und Weise) so schön war. Am Ende steht ein Lauf voller Kraft, Leidenschaft und Überzeugung: knapp zehn Kilometer, ein Schnitt von 5:40 Minuten pro Kilometer, regelmässige Abschnittszeiten. Zwischen Kraftwerkinsel Birsfelden und dem Birskopf überhole ich gleich mehrere Joggerinnen und Jogger. Es ist so ein Gefühl von Tempo Teufel. Und irgendwie auch Gänsehaut. Das hätte ich vor ein paar Wochen mit grossem Trainingsrückstand noch für unmöglich gehalten.

Genau so unmöglich, dass der VfB mit einem Sieg am letzten Spieltag in Paderborn den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen kann. Ist aber so. Wie auch die Tatsache, dass ich mich schon bald wieder mit einem strukturierten Trainingsaufbau beschäftigen kann. Marathon-Comeback 2015: #ychschaffdas!

 

Faszination Fussball: Die Reise durch die Gegensätze


Samstag, 17.25 Uhr, Stuttgart: Die VfB-Spieler starten nach dem 2:1-Sieg gegen den HSV vor der Cannstatterkurve ihre Ehrenrunde durch die Arena. Noch ist nichts erreicht: Vor dem letzten Spieltag ist der Verbleib in der 1. Bundesliga weiter gefährdet.


Sonntag, 15.58 Uhr, Basel: Einmarsch der Teams zum Spiel FCB gegen YB. Es folgt ein 90-minütiger Grottenkick, in dem die Berner irgendwie nicht so recht wollen und können – und die Basler nichts müssen. Logisches Resultat: 0:0. Mit dem Punktgewinn ist der FCB zum sechsten Mal in Serie Schweizer Meister.

2 Kommentare zu Tempo Teufel durchs #mirschaffendas-Wochenende

  1. Hoi Vloggy,
    und oha! Du gehst fremd in Sachen Fußball…? Ja wenn die Einheimischen schon abwandern, dann kann doch nichts mit der eigenen Liga werden…
    Wir durften den, sagen wir mal verhaltenen, Radiokommentar gestern auf der Heimfahrt anhören und passierten das „Joggeli“ kurz nach Abpfiff. Gottseidank war der Stau nur auf der Gegenrichtung.
    Dann drücken wir mal dem VfB für 2015 und der restlichen Schweizerliga für 2016 die Daumen!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Sali Elke

      Keine Angst: Da wird nicht fremdgegangen! Der FCB ist und bleibt meine klare Nummer 1, da kann auch der VfB nix dran ändern.

      Mein erstes Spiel im alten Neckarstadion geht aber bereits auf die frühen Siebzigerjahre zurück: Damals verloren die Roten gegen die Blauen (Kickers) 0:2 – notabene in der 2. Bundesliga. Mit meinen Eltern befand ich mich damals auf der Reise zu den Grosseltern; ein Ritual (der Stadionabstecher), das wir regelmässig wiederholten und ich bis heute ein, zwei Mal pro Saison nach Stuttgart fahre. So gesehen bin ich auch hier natürlich «e glai weneli» erblich vorbelastet.

      Gerne drücke ich dem Rest des Schweizer Liga für 2016 die Daumen – aber nur so fest, dass es zu ernsthafter Konkurrenz auf den Plätzen 2 bis 10 reicht …

      Liebe Gruess

      Vloggy

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: