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Forerunner 920XT: Evaluation, Faszination, Konsternation

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Die Grenze zwischen nützlichem technischem Werkzeug und spielerischem Schnickschnack ist nicht selten fliessend. Erst recht, wenn es irgendein Produkt bei mir in den Status «Must have» oder neudeutsch «Haben will» geschafft hat. Und trotzdem darf eines nie fehlen: eine Evaluation. Sorgfältig, wohlgemerkt. Und das sieht dann so aus.

Es war im Juli 2014, als ich meine Polar RC3X gegen die Garmin Forerunner 910XT tauschte. Dank integrierter Stoppuhr an beiden Geräten konnte die methoden-, nutzen- und bewertungsorientierte Evaluationsphase (subsummierter Fachbegriff: Spontankauf) auch gemessen werden. Zentrale Frage damals: Schiesst eine Top-Uhr für Triathleten für einen profanen Hobbysportler nicht übers Ziel hinaus? Mitnichten! Live-Höhenmessung, Kartenansicht, Virtual Partner, programmierbare Datenfelder und – die Kompatibilität zur Tanita BC-1000. Jenem Wundergerät, das Laien gerne als simple überteuerte Waage ohne Display und folglich als eigentlich nutzlos bezeichnen. Mehr «Must have» geht nicht.

Damals war der Forerunner 910XT bereits über zwei Jahre auf dem Markt – für technische Innovationen eine halbe Ewigkeit. Es kam, was kommen musste, nämlich keine drei Monate später der Nachfolger Forerunner 920XT: farbiges Display, noch mehr Funktionen. Ein Dolchstoss in den Rücken eines jeden Gadgetfreaks. Und seit jenem Oktober 2014 immer wieder die Frage: Bringt dieses Nachfolgemodell wirklich einen Mehrwert? Spontan: ja. Beim ersten genaueren Hinsehen: vielleicht. Und ganz ehrlich: natürlich nicht.

Bis dann die Forerunner 910XT ausgerechnet in den Wochen vor der Elba-Laufwoche immer wieder mal beim Synchronisieren mit der Online-Trainingsplattform Garmin Connect via «Ant+» zu zicken beginnt. Natürlich rein subjektiv. Aber was das Gerät zu diesem Zeitpunkt nicht wissen kann: Es ist verwundbar geworden, die Liebe gekündigt, unsere gemeinsamen Tage gezählt.

Die logische Fortsetzung: Nachfolger bestellt – und den Forerunner 910XT auf einer Auktionsplattform zum Verkauf ausgeschrieben. Fünf Tage später, just wenige Stunden vor Elba liegt der neue spielerische Schnickschnack im Briefkasten: hübsches Design, farbiges Display, viele Einstellmöglichkeiten, Synchronisieren über Bluetooth und drahtloses Netzwerk klappt auf Anhieb. Freude herrscht. Ein letzter Gang zum Körperanalysemessgerät, das Wundergerät von oben – und dann die spontane Frage: Wie werden die beiden Geräte eigentlich gekoppelt?

Ein Blick in einschlägige Internetforen zeigt rasch: Geht gar nicht! Die logische Fortsetzung: Rückzug des Forerunners 910XT von der Auktionsplattform. Er ist ab sofort nicht mehr Trainingscomputer, sondern eine preislich luxuriöse, mit Datenfeldern programmierbare und höhenmessfähige Schnittstelle zwischen einer unverschämt teuren und ohne Display nutzlosen Waage – und Garmin Connect. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Abgesehen von dieser fehlenden Software-Schnittstelle (Gadgetfreaks streiten sich, ob diese von Garmin oder Tanita kommen müsste) hat der Forerunner 920XT die Feuertaufe in der Toskana übrigens bestanden. Meine Rede: Es geht eben nichts über eine sorgfältige Evalution.

Garmin Forerunner 920XT HR
Preis: CHF 528.00 (Stand 9.5.2015)
Bezugsquelle: Achermann Sport, Stans
Herstellerseite: Garmin Schweiz

Bewertung: ★★★★

★ Schubladenfüller ★★ nice to have ★★★ nützlich 
★★★★ unverzichtbar

3 Kommentare zu Forerunner 920XT: Evaluation, Faszination, Konsternation

  1. Damit wir das klarstellen:
    Du nutzt eine 400€ teure Uhr, um damit eine displaylose Waage auszulesen und deren Daten online auszuwerten, anstatt Dir eine Waage für 29,95 hinzustellen, und die Daten von Hand einzugeben…
    ICH MAG DICH!!! 🙂 🙂 🙂

  2. As my phone has an Ant+ interface I bought that app for about 5 dollars and it works like a charm: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.quantrity.antscaledisplay

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