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Ritterschlag für den Facebook-Algorithmus

Was hat Mark Zuckerberg mit einer Laufsport-Veranstaltung in den Bergamasker Alpen zu tun? Mehr als man gemeinhin denkt.

Auf der einen Seite der Facebook-Zampano: Zuckerberg ist clever und straft seit geraumer Zeit viele Kritiker Lügen. Das Soziale Netzwerk ist nämlich alles andere als eine nette Beschäftigungstherapie und Wohltätigkeitsveranstaltung – nein, alleine in den drei Monaten von Juli bis September bildete Werbung den Löwenanteil der 3,2 Milliarden Dollar Umsatz. Nettogewinn: 806 Millionen Dollar. Eindrücklich.

Auf der anderen Seite die Bergamasker Alpen, italienisch «Alpi Orobie»: Die Organisatoren eines dort beheimateten Berglaufs haben zuletzt auch ein paar Dollar in die Hand genommen und an Facebook überwiesen, um eine Statusmeldung zum Rennen 2015 zu bewerben. Diese Botschaft taucht deshalb nicht nur im Newsfeed der eigenen Fangemeinde, sondern auch bei so genannt themenaffinen Drittpersonen auf. Dabei wertet der ominöse Facebook-Algorithmus die Übereinstimmungen aus: Die «richtigen Inhalte» sollen an die «richtigen Menschen» gelangen, liess der US-Konzern aus Menlo Park verlauten.

Wie das genau funktionieren soll, ist ein Geheimnis – den eigentlichen Ritterschlag hat sich der Algorithmus mit folgendem Beitrag («richtiger Inhalt»), der mir («richtige Person») dieser Tage in den Newsfeed gespült worden ist, aber eindeutig verdient:

Orobie Ultra Trail auf Facebook

Irgendein Computer in Kalifornien hat also erkannt, dass ich 2014 zum Bergfloh mutierte, ich die Marathon-Distanz selbst mit gröberen Aussetzern im Trainingsendspurt bewältigen kann und ich meine Muskeln mittlerweile schon intensiv mit alternativen Trainingsgeräten auf die Laufsaison 2015 vorbereite. Die von Facebook – Zitat – «vorschlagene» Idee sieht dann im Detail so aus:

Orobie Ultra Trail - Höhenprofil

Werde es mir bis Ende Jahr mal überlegen. Was bietet sich schliesslich besser an, als eine nüchterne Analyse in der Silvesternacht? Eben.

Und sollte mein Entscheid negativ ausfallen: Nehmen Sie es auf keinen Fall persönlich, Herr Zuckerberg. Vielleicht kommen die Bergamasker und ich ja 2016 zusammen – behalten Sie mich mal in Ihrem Algorithmus drin.

 


Quelle Vorschaubild Artikel:
«Facebook-Flip-Flops»
momo/Flickr/CC

2 Kommentare zu Ritterschlag für den Facebook-Algorithmus

  1. Lieber Vloggy,
    nimm’s positiv: FB wollte Dir nur eine neue Motivationsquelle bieten 😉 Aber ist schon irre, wie diese Systeme einen auf dem Schirm haben können…
    Liebe Grüße
    Elke

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