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Apple Watch: «Just amazing» ohne Euphorie

Gene Munster ist Analyst beim US-Investmenthaus Piper Jaffray. Und seine jüngste Studie macht in den vergangenen Stunden – wie alles, was auch nur im Entferntesten mit Apple zu tun hat – medial weltweit die Runde. Erkenntnis: Das Interesse an der Apple Watch hat abgenommen. Überraschungsfaktor: Fehlanzeige!

Rückblende. Am 9. September hatte Apple-Chef Tim Cook die Katze endlich aus dem Sack gelassen, ein «Just-Amazing-Gadget» fürs Armgelenk präsentiert und Millionen potenzielle Käufer weltweit ratlos zurückgelassen. Mich eingeschlossen.

«Jupelpose ohne Kampfansage», titelte ich damals mit Blick auf die geplante Sportvariante. Und fragte gleichermassen trivial und pragmatisch: Wie lässt sich ein Touch-Display mit schwitzigen Longjogg-Händen bedienen? Weshalb muss ein (notabene seither noch grösser gewordenes) iPhone zwingend mitgeschleppt werden? Weitere Details sind seither aus Cupertino nur in gewohnt homöopathischen Dosen geflossen – von Antworten ganz zu schweigen.

Munster geht von einer Markteinführung im zweiten Quartal 2015 und von bis zu zehn Millionen verkauften Einheiten in den ersten zwölf Monaten aus. Bei einem über die diversen Modelle verteilten durchschnittlichen Preis von 500 Dollar entspräche dies aus heutiger Sicht einem Konzernumsatzanteil von rund zwei Prozent. Dass der Verkaufsstart gewohnt hysterisch ablaufen wird, darf aus heutiger Sicht bezweifelt werden. Lediglich sieben Prozent der iPhone-Besitzer in den USA wollen sich laut eingangs erwähnter Studie Apples Smartwatch zulegen – im September waren es noch zehn Prozent. «Warten auf das Killer-Feature», heisst offenbar die Devise.

Auch in der Läufer-Community bleibt die Euphorie aus; selbst im gut frequentierten Forum von «Runner’s World Deutschland» ist der aktuellste Eintrag zur Apple Watch demnächst zwei Monate alt. Apple will die Fitnesswelt verändern, heisst es im Werbespot. «Vielleicht sollten wir das Thema in zehn Jahren noch einmal rauskramen», schreibt «Lilly35» im Forum. Auch als das erste Smartphone das Licht der Welt erblickte, habe man sich schliesslich gefragt: Wer braucht sowas?

Zehn Jahre – so lange werden wir uns keinesfalls gedulden müssen. Erfolg und Misserfolg zeigen sich deutlich schneller. Nicht nur im Sport.

Apple

So soll die Smartwatch von Apple aussehen – grundsätzlich auch für Laufsportler gedacht. (Foto: Apple)

 

1 Trackback / Pingback

  1. GPS – oder: Der Gadget-Pseudo-Stress | strohmRUN

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