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Marathon-Mentaltraining mit Googles Hilfe

Schon mal «positiv denken» bei Google eingegeben? 426’000 Treffer. «Kopf hoch» ist für weitere 2,25 Millionen Suchergebnisse verantwortlich. Darauf lässt sich nach dem heutigen Tag aufbauen. Und das ist nötig.

Nach dem aus medizinalversorgerischer Sicht unbefriedigenden Test für den Greifenseelauf mit einhergehend resultierender Wettkampfabsage schnürte ich heute zum ersten Mal wieder die Laufschuhe. Das durch die radikale Grützbeutelentfernung versursachte Loch ist deutlich geschrumpft. Derart, dass ich nach dem heutigen Aktivierungstraining es sogar – wohl auch als Resultat von positivem Denken – wagte, einen persönlichen Augenschein zu nehmen.

Diese Aktivierung im Hinblick auf den München-Marathon, die nun am Dienstag nochmals wiederholt wird, sieht wie folgt aus: Zwei Kilometer einlaufen, zwei Kilometer auslaufen – und dazwischen sechs bis acht Kilometer im angestrebten Renntempo. Wo dieses liegt? Bin noch unschlüssig. Eine Pace von 5:50 Min./km wollte ich heute mal austesten, was mir über drei Kilometer auch gelang – danach zollte ich der unbarmherzigen Nachmittagshitze, einer direkt zuvor absolvierten dreieinhalbstündigen Zugfahrt von Scuol nach Frick und der unter dem Strich doch schon gut dreiwöchigen Trainingspause Tribut: 5:50, 5:52, 5:48, 5:55, 5:58, 6:09. Regelmässiges Laufen sieht auf diese Minidistanz definitiv anders aus.

Dennoch «Kopf hoch»? Ja. Denn gesamthaft benötige ich für die zehn Kilometer – das gemächliche Ein- und Auslaufen inklusive – vertretbare 63 Minuten. Während des Laufs fühlt sich der Akku vergleichsweise leer an, ist kurz danach aber rasch wieder gefühlt gefüllt. Im Wissen, dass die anvisierten 5:50 wohl etwas zu stark dem positiven Denken geschuldet waren, drehe ich mir aus der doch sehr durchzogenen Gesamtanalyse folglich keinen Strick.

Wobei das positive Denken just an diesem Tag gar nicht so einfach ist: Der Kenianer Dennis Kipruto Kimetto läuft beim Berlin-Marathon als erster Mensch die 42,195 Kilometer unter 2:03 Stunden. Und diese Fabelzeit optisch zu verdeutlichen, kann ganz schön brutal wirken: Verglichen mit meinem bisherigen Marathon-Rekord (seit vergangenem Oktober bei 4:23.48 Stunden) bedeuten die 2:02.57 Stunden nämlich, dass mich Kimetto auf einer klassischen 400-Meter-Laufbahn bereits etwa 20 Sekunden vor Ende meiner ersten Runde überrundet (!) hätte. Und während gut zwei Stunden heisst es: Vloggy knapp eine Runde, Dennis zwei Runden. Pausenlos.

«Ich bin keine Gazelle» – eine Aussage, die es bei Google immerhin auf 365 Treffer bringt. Auch im Internet ist Quantität nicht alles. Oder?

«München, ich komme»: 306’000 Ergebnisse. Et voilà!

ponch_o/Flickr/CC

Bonjour tristesse: Die Marathondistanz von 42,195 Kilometern entspricht über 105 Runden auf einer klassischen 400-Meter-Laufbahn. (Foto: ponch_o/Flickr/CC)

 

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  1. München-Marathon: Mit Helene Fischer auf Schnappszahlenjagd | strohmRUN

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