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Comeback mit allerlei Klebmasse

Fällt das Stichwort Klebmasse im Zusammenhang mit meinem Lauftraining, ist meinem Umfeld sofort klar: Gel! Und zwar dieses zähflüssige aus den Plastiktütchen, bei dessen Ausquetschen während des Laufens der letzte Tropfen – das ist Murphys Gesetz – garantiert nicht im Mund landet, sondern an den Fingern kleben bleibt.

Doch für einmal wird mich in den kommenden Tagen noch andere Klebmasse begleiten: als Pflaster. Grund dafür ist eine überraschende Wende in der Behandlung meines Lipoms, das nämlich gar keins ist. Beziehungsweise war. Vielmehr verbarg sich an meinem Bauch ein Atherom, eine sogenannte Talgzyste. Wer mich verspotten will, darf gerne auch die gemäss Wikipedia gängigen Bezeichnungen des Volksmundes gebrauchen: Balggeschwulst, Griessknoten oder – mit Abstand mein persönlicher Favorit – Grützbeutel.

Grützbeutel? Ja, Grützbeutel – und jetzt Schluss mit Lachen, zurück zum Wesentlichen!

Noch nie habe ich mit einem Arzt einen Behandlungs- und Heilungsprozess auf Basis meiner sportlichen Pläne durchgesprochen, heute nun die Premiere. Dieser schaut sich die Sache (ja, den Grützbeutel – jetzt ist aber wirklich gut!) noch einmal an, überlegt kurz – und fragt mit einem breiten Lachen: «Sind Sie heute schon für das Skalpell bereit?»

Mit Blick auf den Greifenseelauf (nächsten Samstag) und den München-Marathon (Mitte Oktober) lüge ich ihm mit mindestens ebenso breitem, aber deutlich qualvollerem Lachen ein «Natürlich» ins Gesicht. Woraufhin er ganz nebenbei vorschlägt, dann die Wunde nicht zu nähen. So könne ich das Training gleich wieder aufnehmen. Klar. Was macht schon so ein kleines Loch im Bauch, denke ich mir.

Ein paar Minuten und etliche Angstschweisstropfen später ist das Atherom jedenfalls Geschichte. Ja, wer mir eine völlig unplanmässige Trainingspause oktroyiert, dem drohen die ewigen Jagdgründe, triumphiere ich schweissgebadet. Mit dem kleinen Loch im Bauch, also quasi atmungsaktiver, werde ich am Mittwoch einen ersten Aktivierungslauf nach gut einwöchiger Zwangspause machen. Und geht dieser ohne Komplikationen über die Bühne, steht dem wettkampfmässigen Vorbereitungs-Halbmarathon im Hinblick auf die 42,195 Kilometer in der bayrischen Biermetropole eigentlich nichts mehr im Weg. Seit heute bin ich wieder ein paar Gramm leichter – und eine nötigenfalls passende Ausrede habe ich quasi auf Rezept erhalten: «Sollte der Greifenseelauf nicht wie gewünscht gelingen, geben Sie einfach der Operation die Schuld», so der Arzt bei der Verabschiedung.

Eine Entschuldigung, die ich notabene noch bis Februar einsetzen könne, schiebt er augenzwinkernd nach.

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