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Loriot-Memorial in den Walliser Bergen

Alle stehen sie da: die Sketche, die Cartoons, die Filme. In meinem Regal. Denn Loriot ist Kult, viele Textpassagen kann ich auswendig. Und so ist es kein Wunder, dass mir die eine oder andere auch beim Lauftraining immer wieder mal in den Sinn kommt. Doch schön der Reihe nach.

Seit ein paar Tagen bin ich mit etwas konfrontiert, was so in den vergangenen Monaten nie der Fall war: Es läuft nicht mehr alles ganz nach Plan. Das bereits seit einiger Zeit sich bemerkbar machende Ziehen in der rechten Glutealregion trat vergangenen Freitag mitten in einem Trainingslauf auf, verschwand noch während desselbigen wieder – um am Ende der 27 Kilometer sich aber sowas von kräftig zurückzumelden, begleitet von krampfartigen Schmerzen in beiden Waden.

«Du wirst nicht jünger», kommentierte meine Frau.
«Ja, ja», erwiderte ich.
«Du verlangst Deinem Körper mehr als das Normale ab.»
«Ja, ja.»
«Vielleicht braucht dieser mal einen Service.»
«Ja, doch.»

Und mir schoss Loriot durch den Kopf.

Seit Samstag gastieren wir in Zermatt. Beim Wandern in Richtung des schmucken Weilers Blatten, beim Beobachten der Murmeltiere, beim Einkaufen in der Dorfmetzgerei, beim Fahren im E-Bus – stets achte ich darauf, was meine Pobacke und die Waden machen.

«Wahrscheinlich ist es doch wieder der Rücken», konstatiere ich.
«Ich wiederhole mich ungern: Du wirst nicht jünger», antwortet meine Frau.
«Wobei … es könnte auch eine Muskelzerrung im Fudi sein.»
«Physio würde helfen.»
«Ja, ja.»
«Die können …»
«Ich weiss.»

Taten statt Worte: Nein, nicht direkt Physio – aber am Sonntagabend beschliesse ich einen Testlauf. Zunächst von Winkelmatten abwärts Richtung Zollhaus. Dann versöhne ich mich mit der Dorfauswärtsschlaufe des Zermatt-Marathon, die mir rückblickend an jenem 5. Juli dieses «Sommers» überraschenderweise fast am Mühsamsten vorgekommen war. Alles bestens. Also Tempolauf der Mattervispa entlang. Perfekt. Zwei Dorflängen später: der Schlussaufstieg Richtung Winkelmatten. Es zieht. Leicht nur, aber – es zieht.

Oder um einen anderen Loriot-Sketch («Weihnachten bei Hoppenstedts») zu zitieren: «Zicke, Zacke, Hühnerkacke!»

Loriot-Sofa

Legendäres Sofa – aufgenommen anlässlich der Ausstellung «Loriot – die Hommage» in Bonn. Vicco von Bülow alias Loriot starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren. (Foto: el-ter/CC/Flickr)

«Wahrscheinlich ist es doch wieder der Rücken», berichte ich.
«Ich sage jetzt nichts», tönt es postwendend zurück.
«Nein, nein.»
«Physio würd …»
«Ja, ja.»
«Du musst es wissen.»
«Stell Dir vor: Ich bin vorhin an einem ‹Physio to go› vorbeigerannt.»
«Toll. Du kannst in jede Physio.»
«Aber diese Wartezeit.»
«Ja, ja», beendet meine Frau die Diskussion.

Heute ein weiterer Lauf. Knapp 400 Höhenmeter inklusive – zuerst «embrüf», dann wieder «embri». Es geht erstaunlich gut. Natürlich spüre ich nicht nichts, doch diesen Test lasse ich als «bestanden» durchgehen. Ohne mit der Whymper (grammatikalische Hommage an die Matterhorn-Erstbesteigung) zu zucken.

«Und?», will meine Frau wissen.
«Gut», antworte ich lächlend. Ein Schweisstropfen klatscht auf den Boden.
«Gut.»

Und nach meinen Ferien gehe ich regelmässig in die Physio. Schliesslich werde ich nicht jünger. Aber diesen Teil denke ich mir nur. Muss ja nicht jede(r) wissen.

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  1. SpongeBob und ein böser Verdacht | strohmRUN

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