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München-Marathon: Ein Ziel aus dem Nichts

Das Ziel – für die älteren und/oder sprachwissenschaftlich gebildeten Semester unter uns: τέλος (griechichisch) oder finis (lateinisch) – ist ein in der Zukunft liegender, gegenüber dem Gegenwärtigen im Allgemeinen veränderter, erstrebenswerter und angestrebter Zustand. Habe nicht ich mir eben aus den Fingern gesaugt, sondern ist so zu finden auf Wikipedia. Kann ich aber unterschreiben. Inhaltlich.

Nach erfolgreichem erstem Berg-Marathon in Zermatt tauchte sie unweigerlich auf – die Frage: Welcher Zustand soll denn nun als nächstes «erstrebenswert» sein und «angestrebt» werden? Zustand? Das ist in meinem Fall ein Synonym für Laufveranstaltung.

Ideen sind schon da, was 2015 als gleichermassen realistisches und forderndes Ziel (oder gar Plural?) definiert werden könnte. Aber festlegen mag ich mich dieser Tage irgendwie nicht. Vorerst folgen im Herbst noch die dritte Teilnahme am München-Marathon (12. Oktober) – und als Vorbereitung darauf der ebenfalls dritte Start am Greifenseelauf (20. September) über die Halbmarathon-Distanz.

Und plötzlich war es da, das Ziel. Aus dem Nichts. Nach einem Telefongespräch vergangenen Montag mit dem «Coach». «Wir machen Dich mit langen Läufen standfest und variieren mit dem Tempo», tönt es am anderen Ende der Leitung. Und nach gut dreichwöchiger Regeneration nach Zermatt fällt der Startschuss für das Training – und der Startschuss für das «Projekt Weissbier».

Weissbier

Obergäriges Weizenbier – schön markenneutral. (Foto: karlhans/CC/Flickr)

Konkreter ausgedrückt: Im Herbst 2014 müssen Rekorde fallen. Vor allem soll die vor Jahresfrist in Köln aufgestellte Marathon-Bestzeit (4:23:48 Stunden) weiter gedrückt werden. Auch mein persönliches Halbmarathon-Highlight ist längst in die Jahre gekommen und trägt einen Bart: 2005 war es, als ich am Hallwilerseelauf die Ziellinie nach 1:57:21 Stunden überquert hatte.

Eine Pace von 5:34 Min./km – das müsste aus heutiger Sicht und mit heutigem Fitnessstand eigentlich möglich sein. München, sprich: das «Projekt Weissbier», hat in der Trainingsplanung aber klaren Vorrang. «Wir wollen in den kommenden Wochen möglichst rasch in Richtung 30- bis 35-Kilometer-Trainingsläufe kommen und jedes dritte Training schnell absolvieren», erklärt Ruedi. Und obwohl ich genau weiss, dass er mit «wir» einzig und alleine mich meint, verspüre ich so ganz leicht Gänsehaut und dieses «Yes, I can»-Gefühl. «Und die erreichte Zeit am Greifensee rechnen wir dann auf München hoch», schiebt er nach. Ah, ja.

Weisswurst Bayern

Nach dem Lauf ist vor der Weisswurst. (Foto: OH-Photography/CC/Flickr)

Ein Ziel ist etwas, was man möglicherweise schafft. Doch man muss viele Hindernisse bewältigen. Wieder Wikipedia. Und ausserdem: Der Glaube an unrealistische Ziele kann auch in Realitätsflucht, sogenanntem Eskapismus, enden. Nehme ich zur Kenntnis. Diesen Eskadingsda halte ich in diesem Moment aber für ausgeschlossen.

Die neue Bestzeit in München ist vielmehr normative Aussage eines Entscheidungsträgers (meinereiner) über einen zukünftigen Zustand (eben: die Bestzeiten) der durch eigenes aktives Handeln (eben: das Training) beeinflusst werden wird.

Oder auf einen einfachen Nenner gebracht: Schau’n mer mal, dann seh’n mer scho!

Beitragsbild: Münchner Elisabethmarkt im Herbst
(Quelle: Digital Cat/CC/Flickr)

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