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Garmin Forerunner 910XT: Entpolarisiert

Garmin Forerunner 910XT

Sport treiben und dabei die Herzfrequenz (HF) messen – das war über eine lange Zeit die klare Domäne von Polar. Entsprechend blieb ich der finnischen Firma auch in jener Phase treu, in der es primär gar nicht mehr um die HF-Messung, sondern vielmehr die Positionsbestimmung mittels GPS ging. Anfänglich mit einem sogenannten Laufsensor, der in die Schuhbändel eingefädelt wurde, zuletzt mit der RC3 GPS, die den Empfänger (bis vor kurzem als einziges Polar-Modell) in der Uhr verbaut hat.

Doch jetzt ist Schluss – unser Verhältnis hat sich definitiv entpolarisiert! Nicht nur, weil ich zuletzt beim Computer-Synchronisier-Gefrickel den USB-Anschluss der Uhr unter einer ebenso fricklicken Minideckklappe vermurkst hatte, sondern insbesondere auch, weil das Gerät in den letzten Trainings vor dem Zermatt-Marathon und vor allem im Lauf selbst immer wieder seinen Dienst verweigerte: Bereits kurz nach dem Start in St. Niklaus fehlte die Höhenmessung, zwischen Randa und Täsch stieg dann auch die Distanzmessung während mehr als einem Kilometer aus. Nicht match- respektive laufentscheidend, aber von einem Sportgerät verlange ich Zuverlässigkeit.

Dass ich für das Thema GPS-Tracking (Höhenmessung und deren Live-Anzeige inklusive) in den vergangenen Monaten und Jahren nicht schon längst zu einem Produkt der seit 2010 in Schaffhausen domizilierten Garmin gegriffen hatte, lag in erster Linie daran, dass ich die Geräte aus der Zeit der mehr oder weniger reinen GPS-Empfänger als äusserst unhandlich respektive deren Brustgurte für die HF-Messung als sehr unbequem in Erinnerung hatte. Doch das ist längst Vergangenheit, wie in der Gornergrat-Bahn – auf dem Weg vom Marathon-Ziel auf Riffelberg hinunter nach Zermatt – ein Blick auf die Forerunner 910XT des «Coaches» zeigen sollte: ansprechendes Design, gut ablesbares Display, tolle Einstellmöglichkeiten – und ein Brustgurt, der in der Verarbeitung locker mit dem waschbaren Modell von Polar mithalten kann.

Letzteres gehört zwar eher zur Kategorie «Unnützes Wissen», da die HF-Messung bei mir praktisch nie Bestandteil von Trainings oder Wettkämpfen ist – aber zwei andere Killer-Features haben mich nur Minuten nach erfolgreicher Bergmarathon-Premiere in der Markenwechselabsicht bekräftigt: Die einzelnen Display-Ansichten sind mit Hilfe einer beinahe unendlichen Auswahlliste von aktuellen und durchschnittlichen Werten frei konfigurierbar und die Datenübertragung zum Computer (auf Garmin Connect) erfolgt drahtlos mittels Bluetooth. In der heutigen Zeit, so müsste man meinen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit – doch mit der V800 wirft Polar gerade dieser Tage ein GPS-Nachfolgemodell auf den Markt, das nach wie vor ein USB-Kabel zur Datenübertragung benötigt. Ein klares «Fail»!

Mittlerweile ist die Forerunner 910XT bei den leichten Regenerationsläufen, die ich seit vergangener Woche zusammen mit Isa absolviere, im Einsatz und leistet gute Dienste: Die Satelliten sind schnell gefunden, die Signalisierung erreichter Punkte (wie beispielsweise Runden-Zwischenzeiten) mittels Vibrationsalarm ist ein zusätzlicher Pluspunkt – und die neue Benutzeroberfläche von Garmin Connect (inklusive kostenloser iPhone-App) ist ein Genuss. Ein kleines «Aber» bleibt anzufügen: Die ganz grosse Bewährungsprobe mit diversen Longjoggs im Hinblick auf den München-Marathon Mitte Oktober steht noch aus, ein Erfahrungsbericht-Update wird also folgen.

Garmin Forerunner 910XT HR
Preis: CHF 367.00 (Stand 6.7.2014)
Bezugsquelle: Achermann Sport, Stans
Herstellerseite: Garmin Schweiz

Bewertung: ★★★★

★ Schubladenfüller ★★ nice to have ★★★ nützlich 
★★★★ unverzichtbar

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