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Polar(kr)eis-Gedanken unter Fricktaler Sonne

Sicher haben Sie auch schon davon gehört: Hohe Ziele stecken, damit sich überhaupt etwas bewegt. Das vermeintlich Unerreichbare möglich machen. So geht es mir jedenfalls. Anders lässt es sich nicht erklären, dass ich in gut 41 Tagen auf 42’195 Metern rund 1900 Höhenmeter bewältigen will.

Das heutige Training auf dem Weg zum «Projekt Horu» war unspektakulär: Knapp 18 Kilometer, 385 Höhenmeter – und dabei sogar etliche Feld-, Wald- und Wiesenkilometer im Dreieck Frick-Elfingen-Ittenthal entdeckt, die ich bis anhin noch nicht berannt hatte. Nach kurzem meteorologischem Tief ist der Spätfrühling oder Frühsommer wieder da; auf einigen Passagen macht sich gar sowas wie Hitze bemerkbar. Beim von Vogelgezwitscher begleiteten Kilometerabspulen und Landschaftgeniessen schiessen unweigerlich Gedanken durch den Kopf, was – nach erfolgreicher Matterhorn-Besichtigung am 5. Juli – als Nächstes kommen könnte.

So habe ich es noch immer nicht verarbeitet – sprich: akzeptiert –, dass ich im Jahr 2006 den 100-km-Lauf von Biel wegen übelsten Blasen an den Füssen nach 77 Kilometern abbrechen musste. Und eigentlich wäre es die vernünftigste (ja, kein Verschreiber: «vernünftig») Variante, die «Nacht der Nächte» 2015 als Jahresziel auszugeben. Doch auf einschlägigen Running-Seiten bleibe ich immer wieder auf Links hängen, klicke mich von Seite zu Seite – und habe vor ein paar Tagen dann das hier gesehen:

«Das Streckenprofil geht sogar leicht abwärts – im Vergleich zu Zermatt also ein Klacks», resümiere ich. Meine Frau schaut mich mit weit aufgerissenen Augen an. «Du–uh», nimmt ihre Stimme eine flehende Klangfarbe an, «gibt es nicht auch andere attraktive, herausfordende Marathonläufe?» «Natürlich», entgegne ich ihr wie aus der Kanone geschossen, «es gibt auch einen auf der chinesischen Mauer.»

Es ist genau jetzt der Moment gekommen, in dem eine Dusche nach dem heutigen Trainingslauf angesagt ist. «Eine eiskalte», denke ich mir – so kann ich den Duschvorgang schon als erstes Aufbautraining für den Marathonlauf am Polarkreis werten. Ob Nord- oder Südpol, werde ich mir beim Einseifen überlegen.

Und vielleicht habe ich heute im Fricktaler Spätfrühling oder Frühsommer einfach auch nur schon ein wenig zu viel Sonne abbekommen…

«Wer Visionen hat, sollte lieber gleich zum Arzt gehen»
Getreu der Aussage des deutschen Altbundeskanzlers Helmut Schmidt werden in der Rubrik «Vision» in loser Folge etwas andere Laufveranstaltungen vorgestellt – natürlich ohne Einschränkung, die eine oder andere Vision dereinst Realität werden zu lassen.

 

Quelle Vorschaubild Artikel:
«Robbe auf Eisscholle»
Dörthe Huth/pixelio.de)

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