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Pearl Izumi H3: Schamesröte und allerlei Buntes

Zack. Von Null auf Hundert schiesst die Schamesröte ins Gesicht meines Gegenübers: «Also… ich meine relativ… also im Verhältnis… zur Grösse… ja genau, sehr gross.» Der Sportschuhverkäufer versucht eine Situtation zu retten, in der es eigentlich gar nichts zu retten gibt. Er hatte mich vor seiner Schamesröteattacke doch allen Ernstes als «schwer» bezeichnet. Und ich dachte spontan: Klar, bin ich schwer. Seine Feststellung traf den Nagel schliesslich auf den Kopf. «Stimmt, ich bringe es immer noch locker in den dreistelligen Bereich», sage ich – und versuche nun mit dieser Aussage parallel a) die Lage zu entspannen, b) die Schamesröte zu vertreiben und c) seinen Redefluss wieder zu normalisieren.

Gelingt, gelingt – und gelingt. Minuten später stehen wir am gestrigen Ostersamstag am Ladentisch. Er packt mir die Schuhe ein, ich drücke meine Kreditkarte in das Gerät. Er füllt den Ausfuhrschein aus, ich unterschreibe die Quittung. Ein ganz normaler Einkaufstourismustag wie er im Bilderbuche steht.

Pearl Izumi Road H3

Dass der H3 von Pearl Izumi in meine Einkaufstasche gesteckt wird, ist aber alles andere als selbstverständlich. Schwer braucht Stabilität, hatte ich immer wieder in vermeintlichen Profimagazinen gelesen und von selbsternannten Orthopädieexperten gehört. Und auch eine frühere Laufbandanalyse in einem anderen Sportgeschäft (notabene diesseits der Grenze) brachte scheinbar die Erkenntnis, dass mir nur eine möglichst starke Dämpfung und harte Stabilisierung Laufgenuss garantieren würden.

Was für ein Trugschluss. Trotzdem habe ich jahrelang die Gel-Kayano-Modellpalette von Asics (ich weiss: die haben auch leichtere Modelle) landauf, landab sowie kreuz und quer durch die Welt getragen.

Vor rund einem Jahr dann die neuerliche Laufbandanalyse bei City Sport in Lörrach: «Das ist ein sehr kontrolliertes und stabiles Abrollen», hatte mich der Ladeninhaber (und Vorgesetzte des heute Schameserröteten) damals wissen lassen, «wir lassen den Fuss arbeiten – und stützen diesen auf keinen Fall.» Und um es mich auch gleich noch spüren zu lassen, drückte er mir damals einen Gel-Kayano-ähnlichen Schuh zunächst in die Hand, dann an den Fuss, schickte mich auf die Strasse – und ich merkte, wie die Abrollbewegung schlagartig unnatürlich wurde. Ja, sie schmerzte mich sogar leicht.

Seit jenem Tag laufe ich mit diversen Modellen ungestützt – und wie. Und nun nach dem cyanpinkgrauen Nike Lunarglide auch in schnittigem Rotorangegrau.

Heute ging ich volles Risiko: Der schamesröteauslösende Schuh wurde gleich auf 23 Kilometern eingeweiht. Und ja: Ich spürte, wie Fuss- und Unterschenkel-Muskulatur fleissig arbeiten müssen, um einen stabilen Bewegungsfluss zu ermöglichen. Das gefällt mir, lässt mich aber – spätestens so ab Kilometer 20 – hintenraus auch ganz schön leiden. Nein – nicht, weil ich zu schwer bin. Ich bin für mein Gewicht mit meinen 197 Zentimetern ganz einfach zu klein. Punkt!

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