Newsticker

Gelb ist von hinten wie von vorne

Den Kampf zwischen innerem Schweinehund und Vernunft austragen: Auf der Fahrt nach Laufenburg im immer stärker werdenden Regen beinahe umdrehen, keinen Regenschutz dabei, die pflotschtauglichen Gore-Tex-Schuhe absichtlich ignoriert. Gewohnheiten über Bord werfen: Musik ins Ohr. Anarchie gegen Normalitäten propagieren: Wie fühlt sich der gelbe Helsana-Trail in zur offiziellen Ausschilderung umgekehrter Richtung an? «Du bist von hinten wie von vorne A-N-N-A», singt Max Herre in seiner grandiosen «Kahedi Radio Show» gerade in meine Kopfhörer.

Immer wenn es regnet, muss ich an dich denken
Wie wir uns begegnen, kann mich nicht ablenken

Der Regen über der gelben Trail-Runde zieht weiter. Die Wolkendecke öffnet sich. Kurz darauf werde ich sogar geblendet.

Wir alle rennen und
kommen nicht an
Wir rennen durch den Tag
Rennen im Job
Rennen an die Wand
Denn wir rennen ohne Kopf

Rund eine Stunde später kommt Herre im Song «Wo rennen wir hin?» zu einer Textpassage, die thematisch zunächst scheinbar wie die Faust aufs Auge passt. Doch nur scheinbar: Einen markierten Trail zum ersten Mal in Gegenrichtung zu laufen, erfordert nämlich sehr wohl Kopfarbeit. Wo rennen wir («Pluralis Majestatis») hin? Von hinten wie von vorne, gilt bei umgedrehter gelber Runde nicht für die Wegweiser. Es ergeben sich – buchstäblich – neue Perspektiven. Und dennoch keine Wände in Sicht: Kopf hoch!

Rennen im Kreis
Rennen ohne Sinn
Wir rennen und rennen
und rennen
Nur, wo rennen wir hin?

Rennen im Kreis: Heute, ja. Rennen ohne Sinn: Ich bitte Dich, Maximilian! «Laufenburg gelb», das ist für einen Flachland-Trail eine durchaus fordernde Runde. Wie die offizielle Beschreibung auf 454 Höhenmeter kommt, bleibt zwar ein Rätsel – die von meiner Polar RC3 GPS ausgespuckten 395 Meter sind aber schon sehr zufriedenstellend. Denn in den kommenden Wochen und Monaten ist nicht nur Kilometerbolzen, sondern auch Höhenmeterfressen angesagt.

Wenn der Vorhang fällt, sieh hinter die Kulissen
die Bösen sind oft gut – und die Guten sind gerissen
Geblendet vom Szenario erkennt man nicht
die wahren Dramen spielen nicht im Rampenlicht

Noch einmal Herre, mittlerweile fast am Ende der «Kahedi Radio Show» angelangt, dazu passend der Titel «Wenn der Vorhang fällt». Genau in einer Woche schreiben wir den 5. Januar 2014 – und von dann an sind es noch genau sechs Monate bis zum «Projekt Horu»: Bedeutet 42,195 Kilometer, heisst gut 1900 Höhenmeter, nennt sich Zermatt-Marathon. Drama? Hoffentlich Fehlanzeige!

Helsana-Trail Laufenburg
Hämisches Lachen dank genussvoller Anarchie: Laufen in die Gegenrichtung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: