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Silvesterlauf: Zürcher Murmeltiere und Bananen

«Groundhog Day», heisst der Film im Original – dessen Übersetzung «Und täglich grüsst das Murmeltier» hat im deutschen Sprachgebrauch längst einen festen Platz gefunden. Den aus dem Jahr 1993 stammenden Film von Harold Ramis mit Bill Murray in der Hauptrolle liebe ich, die daraus entstandene Floskel ebenso.

Ebenjenes Murmeltier grüsste auch heute wieder – in Zürich, beim 37. Silvesterlauf. Wie vor zwei Wochen gebeichtet, hatte ich mich in einem Anflug von Euphorie für die Kategorie «Premium» gemeldet, deren anzuvisierende, aber nicht zwingende Zeitvorgabe für die 10 Kilometer bei 45 bis 54 Minuten liegt. Das obere Ende der Fahnenstange, die 54 Minuten, entspricht einem Schnitt von 5:24 Minuten pro Kilometer, was für mich auf diese Distanz schon ganz ordentlich zügig ist.

Randbemerkung: Beim Zürcher Silvesterlauf ist die Kategorie «Premium» nicht – wie man durchaus meinen könnte – die beste, sondern reiht sich hinter einer Kategorie namens «Züri-Fit» ein (anvisierte Laufzeit unter 45 Minuten), die ihrerseits von der Bezeichnung eher auf Abenddämmerungs-Gelegenheitsjogger tippen lässt. Aber das ist nicht weiter schlimm: Schliesslich ist am 15. Dezember ja auch nicht Silvester…

Nun denn: Das Murmeltier sorgte für einen erneuten Rekordlauf – 51.45,1 entsprechen einem Kilometerschnitt von 5:10 Minuten, was auf diese Distanz in der Wahrnehmung nur unwesentlich über den 4:59 Minuten pro Kilometer des Basler Stadtlaufs (über 5,5 Kilometer) liegt. Mit anderen Worten: Rekord beim Marathon-Comeback in Köln, Rekord beim Basler Stadtlauf, Rekord beim Zürcher Silvesterlauf. Oder auf einen einfachen Nenner gebracht: 2013 grüsste (fast) täglich das Murmeltier.

Bevor ich nun, natürlich gleichermassen trainierender– wie spitzenbubenessenderweise, in die Fest- und Feiertage hineingleite und mit diesem abwechslungsreichen Plan den Laufauftakt 2014 in Arosa am 11. Januar vorbereite, seien noch zwei Anmerkungen zum Silvesterlauf 2013 erlaubt: Die neue Streckenführung (und damit die Verlängerung von 9,1 auf 10 Kilometer) ist zwar grundsätzlich wirklich schön, das bisherige (jeweils in der ersten Runde auftretende) Nadelöhr wurde durch die Rundenvergrösserung über das Central allerdings lediglich von der Werdmühlestrasse zur Abzweigung vom Limmatquai auf die Bahnhofbrücke verlagert. Die Diskussion, inwieweit die dort mehr oder weniger an Ort trabenderweise verbrachten 30 bis 40 Sekunden eine noch bessere Laufzeit verhinderten, ist aber müssig – vielleicht hat ja jener kurze «Zwischenstopp» nach wenigen hundert Metern nochmals Energien freigesetzt.

Und: Wo sonst in der Welt, wenn nicht in der vorbildlichen Schweiz, wird Sportlernahrung mangels Wegwerfbehältnissen nach Zieleinlauf derart gesittet entsorgt, wie an der Zürcher Bahnhofstrasse? Notabene buchstäblich haufenweise gesehene Impressionen…

Zürcher Silvesterlauf Bananen
Foto: Maya Lytras

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