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Postmarathonale Depression

Ein Läuferblog ohne Lauferlebnisse? Das ist wie Iso ohne Star. Wie Helly ohne Hansen. Wie Adi ohne Das. Und niemand will hier lesen, wie ich in den vergangenen Tagen den Balkon winterhart bepflanzte. Niemand will erfahren, dass ich auf dem Freiburger Münsterplatz badisch-stilecht Brägele gegessen und meine Frau neuen Süssen (badisch-unstilecht: ohne Zwiebelkuchen) genossen hat.

Wie jetzt, doch? Nicht wirklich. Oder? Oh.

Naja. Jetzt ist es leider zu spät. Nachtragend sind wir – auch in diesem Blog – schliesslich nicht.

Genau drei Wochen sind heute (am Tag des New York City Marathon) seit dem Marathon in Köln vergangen – und noch immer hat mich der Coach zur läuferischen Enthaltsamkeit verdammt. «Regeneration» nennt der Fachmann diese Phase des Herumfläzens, des Nichtstuns, des Fastdiewändehochgehens beim Erblicken der Laufschuhe. Und es gärt die Sorge: Verliere ich nicht die ganze Kondition?

Nein. Werde ich natürlich nicht. Denn Regeneration stammt vom lateinischen Wort «regeneratio», was soviel wie Erneuerung bedeutet. Zugegeben: Regeneration wird durchaus auch in historischem Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen verwendet – und eine Schlacht war der Rekordlauf am Kölner Dom in keinster Weise. Aber die Erneuerung der Muskelzellen wird dazu führen, dass wir in den nächsten Tagen alles andere als bei Null beginnen und den bisherigen Schwung ins Projekt «Horu 2014» mitnehmen werden.

Herbstidylle im Schwarzwald

Die Phase des Herumfläzens, des Nichtstuns und des Fastdiewändehochgehens beim Erblicken der Laufschuhe habe ich – nebst Winterhartbepflanzung – unter anderem mit einem traumhaften Abstecher in den Hochschwarzwald überbrückt (einige spätherbstliche Impressionen habe ich im Schwarzwald-Album auf meiner Facebook-Seite verewigt). Der Berggasthof Schlüssel in Pfaffenberg im Wiesental ist (für die, die ihn nicht schon ohnehin kennen) ein mehr als lohnenswerter Geheimtipp: Monika Lafferentz und ihr Team verwöhnen in urgemütlichem Ambiente mit kulinarischen Hochgenüssen – in unserem Fall mit Wild-Spezialitäten aller Art.

Ein Läuferblog ohne Lauferlebnisse? Das ist – mit Rückblick auf die Wild-Variationen im «Schlüssel» – wie Ree ohne Bok. Wie Mara ohne Thon. Wie Silvester ohne Lauf.

Und in diesem Sinne steht auch die Wettkampfplanung bis Ende Jahr fest: Am 30. November gehts am Basler Stadtlauf fünfeinhalb Kilometer durch die weihnachtlich beleuchtete Heimatstadt. Am 15. Dezember am Silvesterlauf (ich verkneife mir die unqualifiziert gegen Zürcher gerichtete Bemerkung, dass am 15. Dezember wohl auch dort noch gar nicht Silvester ist, weil diese es gemäss Erklärung auf der Homepage längst selbst bemerkt haben…) über zehn Kilometer durchs Grossstadt-Pendant an der Limmat. Und je nach Jahresendfestivitätenplanung könnte auch der landschaftlich wunderschöne Gippinger Stauseelauf – nach Teilnahmen in den Jahren 2003 und 2006 – wieder ein Thema werden.

Der findet dann tatsächlich an Silvester statt: Auf dass (nach einem derartigen Lauf-Comeback-Jahr) die Korken knallen! Winterhart. Mit oder ohne Bepflanzung.

3 Kommentare zu Postmarathonale Depression

  1. Nächstes Frühjahr, wenn die Welt wieder frisch erblüht, laufe ich zum wiederholten Mal durch Würzburg. Kommst du mit?

    • Die Planung 2014 wird auf den Zermatt-Marathon Anfang Juli ausgerichtet sein. Da wären 42 Kilometer Ende April zu quer. Werde voraussichtlich Anfang April in Freiburg wieder die Halbdistanz laufen.

      • Ganz so sportlich bin ich (noch) nicht. Funlauf 10.8 km war bisher meine Tour, Wunschziel ist nächstes Jahr das Halbmarathon…mal gucken wie hart der Winter wird 😉

1 Trackback / Pingback

  1. Mount Marathon Race: Blut, Schweiss und Laufschuhe | strohmRUN

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