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Die Krönung – und ein böser Verdacht

Wolkenloser Himmel über Arosa. Kaffee, Tee, frisches Brot. Bereitmachen für die Krönungsetappe – mit einem doch leicht mulmigen Gefühl.

Sportliche Bedenken, die Tour vom Aroser Obersee über Rot Tritt und die Ochsenalp nach Tschiertschen nicht bewältigen zu können? Keineswegs. Es ist vielmehr dieses Szenario, das seit gestern Abend in der Lauftruppe die Runde macht: Just in dem Moment, als Ruedi und Reto beim Nachtessen von ihrem Charity-Projekt 2014 in groben Abrissen zu erzählen beginnen, setzt sich ein einzelner Gast an einen der Nachbarstische. Entscheidet sich – nach kurzem Dialog mit der äusserst freundlichen und hilfsbereiten Service-Fachkraft – für eines der hervorragenden Streiff-Menüs. Und bestellt Bier.

Noch ist das Projekt eigentlich geheim (dramatischere Beschreibung für: noch nicht spruchreif), nur engste Personenkreise werden eingeweiht.

Nutzt der biertrinkende Gast also die Gunst der Stunde? Abhörskandal im Hotel? Die Frage wird sich erst in den kommenden Tagen mit letzter Sicherheit beantworten lassen. Da der Dialog an unserem Tisch – egal zu welchem Thema – während der Arosa-Lauftage sehr rasch in sehr unkonventionelle, nein, besser kreative Bahnen gelenkt werden kann, vermuten wir – sollte es sich um einen Pressespitzel gehandelt haben – bald folgende Exklusivgeschichte lesen zu können: «RUEDIRENNT & Friends planen im kommenden Jahr mit Schlittenhunden auf dem Weg nach Santiago de Compostela durch den Verkauf von Kuhmilch Spendengelder zu sammeln.»

Tönt absurd. Und wird, soviel sei an dieser Stelle verraten, so im August 2014 auch nicht stattfinden. Denn wer kann garantieren, dass die Schlittenhunde in den Herbergen entlang des Jakobswegs nicht unvorteilhaft ausdünsten und so Pilger verärgern?

Auf jeden Fall scheint die Bespitzelungsgeschichte nicht gänzlich aus der Luft gegriffen: Eine ältere Dame, die uns schon am Vorabend aufgefallen war, fotografiert heute während des Morgenessens alles (inklusive Service-Fachangestellte sowie Reto beim Füllen seines Frühstücktellers, notabene von hinten), läuft just zum Zeitpunkt unseres Gruppenfotos vor dem Hoteleingang vorbei – und kommt uns (und spätestens hier wird die Geschichte mehr als dubios) auf dem Kuhpfludder-Weg zwischen Rot Tritt und Ochsenalp mitten im Wald und im Gegensatz zu uns mit sauberen Schuhen lächelnd entgegen.

In Zeiten von Skandalen rund um die «National Security Agency» macht uns dies stutzig. Wahrscheinlich zu recht. Agentin? Ausserirdische? Alles nur Kulisse? Wie auch die vielen Gartenzwerge rund um Tschiertschen? Alpine Gartenzwerge? Hier kann es nicht mit rechten Dingen zugehen.

A propos Tschiertschen: Das 200-Seelen-Dörfchen haben wir übrigens nach rund 15 Kilometern mit herrlichen Ausblicken, kontinuierlicher Armarbeit und dreckigen Schuhen erreicht.

Doch bei aller sportlicher Leistung dominieren die Fragen: Weshalb hatte die Dame im Wald saubere Schuhe? Und in welchem Verhältnis steht sie zu den Gartenzwergen?

Arosa Lauftage Hotel Streiff

Gruppenbild vor dem Hotel Streiff (v.l.n.r.): Köbi Frehner, Giusep Defuns, Ruedi Frehner alias RUEDIRENNT, José Manuel Rodriguez, Vloggy Strohm und Reto Hunziker. Nicht auf dem Bild: Vorbeilaufende Dame mit stets sauberem Schuhwerk. (Foto: Lars Horal)

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