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Nussecken und private Kanten

Die Nussecke muss warten. Zunächst die sportlichen Fakten des späten Nachmittags: Der Wolf ist glücklicherweise nach zweieinhalbtägigem lautem Heulen über die Berge gezogen, der sonntägliche Longjogg in verkürzter Form (Anweisung Coach, da ab Donnerstag die Arosa-Lauftage auf dem Programm stehen) und mit allerlei Hirschtalgschichten an den verschiedensten Körperstellen nachgeholt – und so stehen 20,1 Kilometer bei Laufende beim Laufenden auf dem Tacho. Natürlich (ist es überhaupt noch zu erwähnen?) wieder zu schnell. Körner verbraucht. Doch bis Köln bleibt noch genügend Zeit, den Kornspeicher wieder aufzufüllen.

So. Und jetzt biegt der Text buchstäblich um die Nussecke.

Meinem Redaktionskollegen Tobias Keller sei Dank: Denn er ist heute Morgen im Büro mit einem ganzen Sack dieser Dinger aufgetaucht. Ein vorgebackener Mürbeteigboden wird mit einer maronenartigen Nussmasse bestrichen, weiss Wikipedia zu berichten – oft noch mit Marmelade ergänzt, in Dreiecke geschnitten (schmecken viel besser als die Viereckigen, schwör!) und an den Rändern oder Ecken mit Schokolade oder Kuvertüre überzogen. Und: Sie sind klebrig und folglich nur bedingt für weisse Apple-Tastaturen und -Mäuse geeignet. Erst recht, wenn die Hardware am Dienstpult, wo ich heute seit 6 Uhr sass und nebst allerlei Wirtschaftlichem auch von der 600 Millionen Euro (!) teuren Costa-Concordia-Aufrichte berichtete, wenn also diese Hardware mit weiteren Redaktionskollegen geteilt werden muss.

Doch darf ich diesen «Klebstoff» überhaupt essen? Nein, natürlich nicht! Nicht etwa, weil mit dem wiedergewonnenen Sportgeist ein Kalorienzählwahn Einzug gehalten hätte – nein, sondern weil Butter und wahrscheinlich auch die Schokolade nicht frei von Kuhmilcheiweiss ist.

Und genau dieser Punkt lässt meine Gedanken just in jenem Moment zurückschweben ins Jahr 2002: Damals (nachdem ich in meiner Jugendzeit sehr aktiver Fussballer und passionierter Hobby-Rennvelofahrer war) brachte ich rund 145 Kilogramm auf die Waage und wusste nicht, wie ich die Sache anpacken soll. Bis zu jenem Tag, als ein Naturheilarzt eine schwere Milchallergie festellt (nicht zu verwechseln mit Laktoseintoleranz – es spricht der Allergiefachmann!) und sich der Knoten fortan «magisch», praktisch von einem Tag auf den anderen, zu lösen beginnt.

Rand- respektive Kursivnotiz: Das ist die Kurzversion jener zuvor zermürmenden Tage, Wochen, Monate. Die Langversion habe ich nicht nur mündlich auf Lager, sondern spare sie mir vorsorglich für meine Memoiren auf, sollte sich das Internet und mit ihm folglich dieser Blog technologisch auf lange Sicht nicht durchsetzen.

Die Kilos purzeln ohne Diät, vom ersten Tag an (ja, mit 145 Kilogramm!) ist die Lust am Joggen da (die jugendliche Grundkondition steckt noch irgendwie in den Beinen) – und bereits kurze Zeit später laufe ich eine Stunde und mehr am Stück. Die weitere Geschichte ist meinem Umfeld bekannt (die können dann später einmal in den Memoiren ein paar Seiten oder gar Kapitel überspringen): Bis 2005 schmilzt das Gewicht auf 103, kommt der eine oder andere Marathon (und rund 77 Kilometer in der «Nacht der Nächte») hinzu, bis der Faden vor rund vier Jahren reisst.

Das sind tempi passati, wie dieser Blog beweist. Seit April sind – zwar «nur» noch von 113 Kilogramm ausgehend – wieder fast zehn Kilos weg, fast sechs davon (so behauptet es jedenfalls die schlaue Withings-Waage) vom Fettanteil. Nur Bewegung und zugegebenermassen eine bessere Essdisziplin – aber keine Diät.

Und genau vor diesem Hintergrund bleibt nur noch zu erwähnen: Die Nussecke hat prima geschmeckt! Hätte ich allergisch reagiert (was ich nicht tat und so annehmen muss, dass Margarine statt Butter und schwarze Schokolade verwendet worden war), wäre schlimmstenfalls der Kopf auf die klebrige Tastatur geknallt. Mahlzeit!

Nussecke

Die Nussecke hat nicht zuletzt dank Schlagersänger Guildo Horn unglaublich an Popularität zugelegt. (Bild: Dieter Schütz/pixelio.de)

1 Trackback / Pingback

  1. Marathon-Star Steve Way: Suche nach Parallelen | strohmRUN

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